Donnerstag, 15. September 2016

Aus Rom über Mode, Wandlungen und verschlungene Wege zum Ziel

 


Seit 5 Tagen nun im eigentlich sonnigem und sehr warmen Rom, scheint es heute eher regnerisch zu sein, während bei uns zu Hause noch brütende Hitze herrscht. Ich hoffe, meine Pflanzen überleben das, habe ich doch glatt vergessen, sie vor Abflug mit ausreichend Wasser zu versorgen.


Mein reichlich gepackter Koffer hat mich mit allen möglichen modischen Wandlungen versorgt, die sich bei mir in letzter Zeit ergeben haben.
Noch im Juli in Hamburg schlenderte ich mit einer Freundin an Schaufenstern vorbei, um die von ihr ausgedeuteten Schuhe mit "Fransen... nee, mag ich gar nicht" zu kommentieren. 2 Tage später hatte ich nicht nur Sandalen mit Fransen - sie waren zudem auch noch silber (ging vorher gar nicht). Länger wehrte sich mein Geschmack gegen Zehentrenner. Nach 2 Wochen gab er nach. Zuvor kapitulierte er noch vor Glitzer in  allen erdenklichen Variationen. Mittlerweile schaue ich schon jetzt nach mir noch anhaftenden vermeintlichen Todsünden in der Mode, weil ich mir in der Hinsicht gerade ziemlich kopfschüttelnd selbst zuschaue. Lackierte Zehennägel fand ich 51, 8 Jahre ganz schrecklich. Ich hatte allemöglichen diffamierenden Ausdrücke dafür, die ich allesamt vergessen habe, weil meine Zehen gerade mit einem hologrammartigen Glitzerlack überzogen sind, der je nach Lichteinstrahlung changiert und ich häufiger als sonst auf meine Füsse schaue um ganz entzückt über meine Nägel und/oder das jeweilige Paar Schuhe zu sein.

 

Angesichts der Tatsache, dass ich mich noch vor gut 3 Jahren damit gerühmt habe, im Sommer mit ein Paar Sandalen (Tevla Treckingsandalen) auszukommen, könnte mein Schugepäck für Rom eher mit einer Verwechselung des Koffers anmuten.

 

An dieser Stelle muss ich den weltbesten Partner mal erwähnen, der alles etwas staunend verfolgt, reichlich schmunzelt und hin und wieder ein "Du bist sooo Mädchen" murmelt. 

Der Vorteil dieser Wandlung ist, dass liegengebliebende Stoffe endlich verwertet werden. So kaufte ich vor Jahren einen Stoffrest, aus dem ich eigentlich einfach ein Tuch machen wollte, was natürlich nicht geschah. Kam mir dieser Stoffrest dann in die Quere, fragte ich mich, warum ich diesen Stoffrest eigentlich gekauft hatte. 
Letzte Woche dann hatte ich vor, mir für Rom noch ein Trägertop zu nähen. Einen anderen liegengeblieben Stoff hatte ich schon im Kopf. Montags begann das Projekt. Auf der Suche nach dem Stoff, stiess ich auf eine alte Hose, Grösse 46 mit weiten Beinen, die ich mal in Strassburg gekauft hatte. Am Ende des Tages hatte ich eine Hose in Grösse 36 mit engen Beinen, allerdings weder den Stoff  gefunden, noch das Top genäht.
Am Dienstag dann Versuch Nummer 2. Diesmal stolpere ich noch vor der Suche nach dem Stoff über ein älteres Chiffonshirt. Innerhalb weniger Begutachtungen entscheide ich auch das abzuändern. Aus dem ehemals weitem Shirt wird eine Trägershirt.

 
Immerhin - ich näherte mich meinem eigentlichen Vorhaben.
Nachdem ich das Shirt dann fertig hatte, suchte ich tatsächlich nach dem eigentlichen Stoff, fand dann den was-hab-ich-denn-da-gekauft-Stoff und nähte mir daraus einen Tag später endlich ein Trägertop. Den ursprünglich vorgesehen Stoff fand ich zwar auch, aber der muss jetzt warten.

 

Jetzt in Rom verweilend habe ich nicht nur 2 Tops und eine abgeänderte Hose, zudem 2 Jumpsuits (vor 1 Monat: Gott, ich hasse Jumpsuits), diverse Schuhe, bin zum ersten Mal in meinem Leben mit Nagellack unterwegs und harre mit Spannung der Dinge, die da kommen. 

Nach langer Abwesenheit melde ich mich heute bei RUMS zurück und danke meinem Partner für die Hilfe beim spontanen Fotoshooting im Hotelzimmer. 


Dienstag, 9. August 2016

Fugenkratzen im Sommerloch

Im Fernsehen laufen vorwiegend Wiederholungen, Lieblingssendungen machen Sommerpause, Athleten aus der ganzen Welt erhoffen sich in Brasilien diverse Medaillen - wenn auch von mir weitestgehend unbemerkt und selbst der Sommer macht bei uns gerade Pause.
Meine Pause war recht lang. Neben erwähnten Gründen in vorigen Posts war ich zudem viel Unterwegs. Malta, Potsdam, Rostock, Hamburg. Dann wieder zu Hause und zuletzt wieder Hamburg. Meine Nähmaschine habe ich lediglich zum Abändern und Ausbessern benutzt - auch ihr sei eine Sommerpause gegönnt.
Stattdessen war ich - wenn zu Hause - viel im Garten, habe Unkraut gerupft und Fugen gekratzt. Sollte jetzt jemand in mitleidiges Stöhnen verfallen, den muss ich enttäuschen. Ich weiss auch nicht genau, was mich da in letzter Zeit reitet, aber ich habe richtig Spass daran und irgendwie hat es einen therapeutischen Effekt. Wenn ich davon im Freundeskreis erzähle kommen sofort Angebote, meiner wahrscheinlich saisonalen und vorübergehenden Leidenschaft in ihren Gärten nachzukommen, was ich vehement ablehne - ich kratze nur meine eigenen Fugen.
Essentiell wichtig war das richtige Gerät. Mein alter Fugenkratzer, aus einem Billigangebot im Discounter stammend, war nicht mehr auffindbar. So stöckelte ich dann in die Gartenabteilung unseres lokalen Baumarktes und staunte über die großartigen Geräte, mit denen man herumwerkeln kann. Falsch: Ich wollte gar keinen neuen Fugenkratzer kaufen sondern lediglich ein neues Paar Gartenhandschuhe, die auch bei fiesen, steinharten, unkaputtbaren und gentechnisch mutiert anmutenden Dornen nicht nachgeben. Seit meiner Bänderdehnung war das Tragen von Absätzen lange Zeit etwas schwierig, umso mehr genoss ich das Ausführen meiner Schühchen im Baumarkt und stolperte in die Gartengeräteabteilung, wo mir dann prompt der fehlende Fugenkratzer einfiel. Ich entschied mich für eine erschwingliche Variante mit Edelstahlklinge, die mich allein schon deshalb ansprach, weil sie einen schwarzen Klingenschutz hatte, was mir das völlig subjektive Gefühl von erheblicher Belastbarkeit und Schärfe suggerierte. Wie leicht sind doch Frauen zu beeindrucken!
Seitdem kratze ich Fugen und hätte glatt Chancen auf eine Medaille wenn es eine olympische Disziplin wäre.
Den gleichzeitig erworbenen Unkrautstecher habe ich bisher nur rudimentär getestet, aber immerhin genug, um meine Minze in Teilen vom lästigen Unkraut zu befreien und sie verstärkt wachsen zu lassen.

Der von mir genutzte Gartenanteil sah vor meiner Aktion so aus:

 

Wenn man genau hinschaut, kann man mit viel Fantasie erkennen, dass es sich hier um völlig zugewachsene und mit Moos bedeckte Platten handelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass ich in den letzten 2 Jahren aus verschiedenen Gründen den Garten so gut wie gar nicht nutzte. 
Nach ca. 6 Stunden Geräte- und Körpereinsatz sah das ganze dann so aus:

 

Hier sind noch nicht alle Fugen gekratzt, aber es reichte für ein erstes entspanntes Sonnenbad. Mein Lieblingsplatz ist meine Hängesessel. Reinsetzen, schaukeln und die Tiefenentspannung geniessen. Hin und wieder in einem guten Buch lesen - der Sommer darf von mir aus noch bis Dezember gehen und im Februar wieder starten.

Und was ist sonst noch alles passiert - ich war ausgiebig Schuhe shoppen in Hamburg, wo ich die Wohnung meiner Mutter 2 Wochen lang hütete, während sie mit meinem Ältesten auf der Queen Mary 2 eine Kreuzfahrt nach New York unternahm. Das war ein perfekter Deal für mich, da ich nicht auf Kreuzfahrten stehe, mein Sohn hingegen schon und ich meine Heimatstadt in der Zeit geniessen konnte. So wurde die "Kleine Rast" an der Elbe am Abend zu meinem 2. Wohnzimmer. Obwohl mir ein Auto zur Verfügung stand war ich nur mit dem Fahrrad unterwegs und wurde schnell daran erinnert das Fahrradfahren in Hamburg nicht das Gleiche ist, wie Fahrradfahren in einer hessischen Kleinstadt. 

 

 

Auf Malta war ich nach 4 Jahren zum ersten mal wieder Tauchen

 

Es war im Wasser zwar reichlich kalt obwohl ich zwei Neoprenanzüge trug, aber es machte Spass. Einen weiteren Tauchgang machte ich leider nicht, da es mir in der Tat zu kalt war und mein Ohr Schwierigkeiten machte. Aber der Urlaub ist in Planung. 

Wenn der Sommer weiterhin pausiert, komme ich in den nächsten Tagen vielleicht zu mehr Berichten meiner Reisen mit Fotos. 

Donnerstag, 28. April 2016

Mein Allroundtäschchen

* Urlaubsbedingt habe ich eine Weile meinen Blog vernachlässigt. Heute schaue ich rein und stelle fest, dass die titelgebende Tasche gar nicht mehr zu sehen ist. Ups, dachte ich mir, dann muss ich die wieder einfügen. Nur gibt es die Fotos nicht mehr, weil ich sie aus Speichergründen scheinbar von allem gelöscht habe, was irgendwie Speicherplatz hergab. Einzig fand ich ein Foto von der Tasche in seiner ersten Version. Dann fiel mir gerade in einem Anflug von Geistesblitz ein, dass es im iPhone den Ordner "Zuletzt gelöscht" gibt, den ich bisher immer überflüssig fand. Seit heute bin ich ein großer Fan davon! 

Für unseren Urlaub auf Malta wollte ich mir eigentlich ein Etui für Reiseunterlagen nähen, aber dazu kam ich am Ende nicht. Da ich zu Missgeschicken und moderatem Chaotentum neige, wollte ich aber diesmal weder meine Boardingkarte vor noch nach der Sicherheitskontrolle verlieren. So schnappte ich mir das Täschchen, das ich probeweise genäht hatte und es stellte sich heraus, dass es wunderbare Dienste im Urlaub vollbringt. Ich bekomme Ausweis, Karten, Bordkarten (ich druckte sie gleich mehrfach aus), Pass, Geld und auch noch Handy unter. Wenn wir morgens zum Frühstück gehen, habe ich sie bei mir und auch manchmal abends im Restaurant, wenn ich keine Handtasche mitnehmen will.


 

 

 

 




Selbst mein Tauchlogbuch passt hinein, welches ich auch schon mal verloren hatte. Übrigens war mein erster Tauchgang nach 4 Jahren erfolgreich. Fotos  werden noch mehr folgen. 

Ich nutze die traumhafte Kulisse Maltas, um heute für RUMS mein Täschchen in Szene zu setzen, mich mal wieder zu melden und ganz nebenbei noch ein paar Fotos von Valletta und St. Julian zu posten, die ich mit dem Handy aufgenommen habe. Meine superduper Kamera ist zwar dabei, aber ich hatte bisher keine Lust sie zu Ausflügen mit mir rumzuschleppen. Sie hütet brav den Hotelsafe.

Leider geht es Samstag wieder zurück und ich hoffe, dass der erneute Wintereinbruch in Deutschland wieder weg ist. 


Spinola Bay, St. Julian




D'Office, ein außergewöhnliches maltesisches Restaurant, Valletta

 


Ausblick aus einer Holzskulptur, Valletta


Die Hauptstrasse von Valletta

Ich wünsche allen Zuhause einen schönen Tag und hoffentlich besseres Wetter. 






Montag, 18. April 2016

Über Depressionen





Ich war jetzt eine Weile inaktiv auf meinem Blog und an meiner Nähmaschine. Einzig habe ich ein paar Klamotten geändert. Der Grund für meine Abwesenheit ist meine wiedergekehrte Depression. Wer meinen Blog verfolgt, hat mich in erster Linie als einen lebensbejahenden und eher fröhlichen Menschen erlebt. Ich hatte auch schon ein, zwei Durchhänger publik gemacht, aber bisher ist nirgends auf meiner Seite etwas über meine seit Jahren bestehende Depression zu lesen. Ich habe mich bis heute entschieden, nichts darüber in diesem Blog zu schreiben, doch jetzt drückt mich die Depression so sehr in die Knie, dass die letzten Tage für mich fast unerträglich waren. 
Vielleicht fehlte es mir auch bisher an Vorbildern in den mir bekannten Kreativblogs, die nicht nur über ihre tollen Projekte schreiben. Ich war immer ganz erfreut, wenn ich in manchen Blogs über Missgeschicke las, die so wunderbar ehrlich und dennoch durch einen gewissen Abstand auch lustig zu lesen waren. Ich kann mich darin selbst erkennen. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich habe viel Interesse an den den tollen Bloggern, die über ihr Leben schreiben und das, was sie machen. Meine Bookmarks sind voll davon. Ich glaube mir geht es einfach darum, auch unter den vielen Bloggern über eine Seite zu schreiben, die es eben auch gibt und ganz ehrlich - ich hoffe, dass es nicht Vilen so geht, wie mir. 

Neben meiner kreativen Seite, die näht, malt, Glas schneidet und noch so viel ausprobieren will, ist leider auch die Seite, die zu Depressionen neigt. Diese Depressionen legen alles lahm. Sie begannen ganz massiv vor mehr als 16 Jahren, als ich mit einer dazugehörigen Angststörung meinen bisherigen Job als Marketing-/Vertriebsassistentin aufgeben musste. Schon der Job, der nie mein Fall war, trug maßgeblich zu meinem damaligen Zusammenbruch bei. Ich bin eben ein kreativer Mensch, der gern Dinge mit den Händen macht, Ideen entwickelt und völlig deplaziert in einem Büro ist. Dennoch wählte ich damals diesen Weg, weil ich alleinerziehende Mutter von 2 Söhnen war, mein Exmann spurlos verschwunden und somit auch kein Unterhalt gezahlt wurde. Also gab ich meinen eher unsicherern Beruf als freiberufliche Übersetzerin für Filme und Serien auf, um mir eine Festanstellung zu suchen. 
Ich war erfolgreich in meinem Job, verdiente gutes Geld und jonglierte zwischen Vollzeitjob und 2 pubertierenden Kindern mein Leben. Das ging ca. 2 Jahre einigermaßen gut. Dann brach alles zusammen. Es folgte ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt mit anschließender ambulanter Therapie. Meine Mutter, die damals extra aus Hamburg zu uns nach Hessen kam, kümmerte sich um meine Kinder. Mein Partner stand mir, wo er konnte zur Seite. Und meine Freundin, die ich heute nie wieder missen will, war mir eine große Hilfe. Es dauerte viele Jahre, bis ich wieder einigermaßen auf den Beinen war. Meinen Beruf/Job kann ich nicht mehr ausführen und beziehe seit einigen Jahren eine Erwerbsminderungsrente. 
Das alles wollte ich hier eigentlich nie schreiben und vielleicht lösche ich diese Seite bei Zeiten auch wieder, doch gerade jetzt, wo meine Depression mit einer solchen Macht wieder da ist, möchte ich darüber schreiben, weil es mir Erleichterung bringt. Und ich möchte mich an dieser Stelle auch gegen den ständig herrschenden Perfektionismus aussprechen, der meines Erachtens besonders bei Frauen sehr stark ausgeprägt ist. Wir - und ich zähle mich leider noch immer dazu, wenn auch vielfach abgemildert durch jahrelange Therapie - wollen die perfekten Mütter, die perfekten Partnerinnen/Ehefrauen, die perfekten Berufstätigen und stets attraktiven Frauen sein. Dieses Bild wird von den Medien noch zusätzlich gefördert. 
Ich rege mich darüber auf, dass mir im Fernsehen eine Moderation sagt, wo meine Problemzonen sind. Es ärgert mich, wenn von Frauen berichtet wird, die angeblich spielend Beruf und Familie unter einen Hut bekommen, weil ich mich dem gegenüber immer als Versager fühle. 
Natürlich gibt es solche Frauen, aber sind sie wirklich der Maßstab? Können denn nicht auch andere Frauen daneben bestehen, die eben nicht alles allein schaffen und dennoch stark sind? In ihrer Schwäche Stärke zeigen? Mir ist bewußt, dass es Männern im Leben auch nicht leicht haben und vielleicht schreibe ich irgendwann mal meine Gedanken dazu auf, doch hier geht es jetzt um mich.

In einem Blog las ich neulich von einer jungen Frau, die sich eine Bluse genäht hatte und ein wenig enttäuscht darüber war, dass sie nicht auf dieses selbstgemachte Stück angesprochen wurde. Sie hatte beim nähen einige Schwierigkeiten gehabt und war nun ganz zurecht stolz auf diese Bluse. Sie schrieb aber, dass keiner fragte, ob sie sie selbstgemacht hatte. Als ich das las, wurde mir meine eigene Haltung bewußt. Wenn ich etwas nähe und mich fragt jemand, ob ich das selbstgemacht habe, frage ich mich (manchmal auch direkt zurück), ob man das denn sehen würde. Ich glaube dann immer, dass an irgendeiner Stelle etwas nicht richtig ist. Was ist das für eine schräge Haltung meinerseits? Ich weiss auch nicht, ob noch jemand solche Reaktionen oder Gedanken hat, aber ich kenne sie nur allzu gut. Und mit dieser Haltung beginne ich oft neue Projekte, die eine so hohe Messlatte haben, dass ich sie nie erreichen kann. Wenn es mir gut geht, ich die innerliche Kraft habe, setze ich mich hin und übe (ich bin passionierte Autodidaktin). Ich arbeite auch so lange an einer Sache, bis ich damit zufrieden bin. Das geht eben, wenn es mir gut geht und ich auch einigen Frust wegstecken kann. Aber warum nicht auch mal etwas mit Stolz tragen, was eben nicht perfekt ist?

Donnerstag, 7. April 2016

Ich steh auf Schwachstelle

Heute im Mittelpunkt: 
1. Mein Schuhregal, home of my shoes, von mir aus einem alten Lattenrost gebaut. Upcycling der früheren Jahre. Eigentlich will ich es seitdem streichen, aber das ist eines dieser Schlummerprojekte. Das Lattenrost für ein handelsübliches 90 cm x 200 cm Bett sägte ich an passender Stelle auseinander. Das andere Teil hängt darüber und übt sich als Garderobe.  



2. Mein Fuss, wie er normalerweise nicht aussieht. 


Und wie paßt das jetzt zusammen? Es ist eine für mich typische oh-gott-wie-peinlich-Geschichte.

Was habe ich mich gefreut, als ich am Wochenende endlich wieder meine geliebten United Nudes anziehen konnte. Die Temperaturen ließen es zu, dass meine fast schon mit meinen Füssen verwachsenen Pelzstiefel endlich zu Hause bleiben durften. Nichts gegen meine Winterstiefel, ich liebe sie, aber als relativ neue Schuhfetischistin habe ich Nachholbedarf bei der Abwechslung. Doch kein noch so schöner Schuh rechtfertigt kalte Füsse. Da bin ich vorwiegend kompromißlos. So trug ich die letzten Monate vorwiegend Pelzstiefel - als Haus- und Straßenschuh.



Letzten Samstag hatten wir Theaterkarten für Leonce und Lena von Georg Büchner - sehr empfehlenswert in der durchaus umstrittenen Inszenierung im Schauspiel Frankfurt. Nach einer kurzen Luxusdiskussion mit meiner Nichte, die zu Besuch war, welcher meiner beiden United Nudes ich anziehen soll, fiel die Wahl auf die Roten. (Nein, eigentlich auf die Blauen, aber von denen habe ich an den Füssen jetzt kein Foto und kann es noch nicht mal nachstellen, Erklärung weiter unten, also bitte weiterlesen). 



9,5 cm Absatz unter den Fersen, dazu mein Softshellblazer und mein Infinityloop - ich fühlte mich umwerfend!
3 Tage später, ca. 21:00 Uhe sitze ich dann abends in meinem Sessel, will kurz aufstehen, bemerke nicht, dass mein Bein eingeschlafen ist, knicke um, falle hin und habe postwendend ein dickes Ei am Knöchel. Das rief sofort Erinnerungen an meinen Bänderriß hervor. Erster Gedanke: sofort kühlen. 2. Gedanke: der fiel aus, weil mir schwindelig wurde. 3. Gedanke: Ich muß das röntgen lassen. 4. Gedanke: Wie komme ich ins Krankenhaus? Partner ist geschäftlich in Ungarn, Freundin A wohnt ca. 600 km entfernt in Rendsburg, Freundin B ist Skilaufen (und kommt übrigens unverletzt zurück), ich kann mit dem Fuß nicht die Kupplung bedienen, also Sohn anrufen. Der kam dann auch spontan und fuhr mit mir in die Klinik, wo mein Ei geröngt wurde und zu meiner großen Erleichterung "nur" eine Bänderüberdehnung diagnostiziert wurde. Dennoch - Joggen fällt für ca. 2 Wochen aus und darauf hatte ich mich echt gefreut und meine tollen Schuhe stehen jetzt auch wieder im Regal. 
Stattdessen bin ich mit flachen Tretern unterwegs. 


Und da habe ich keine große Auswahl. Aber es ist Licht am Ende des Tunnels. Meine Schwellung ist schon zurückgegangen und der Humpelfaktor hat sich schon gestern im Laufe des Tages reduziert. 
Übrigens, wer jetzt plant, sich auch so ein Ei am Knöchel zuzulegen, dem sei gesagt: Tragt währenddessen keine superskinny-minimalelastische Jeans. Meine gab nur unter Androhung des Trennmessers zögernd nach, während ich die Zähne zusammenbiß. Was tut man nicht alles, um seine Jeans zu retten.  

Ist es eigentlich Zufall, dass mir mein Partner am Sonntag ausgerechnet diese Karte mitbrachte?


Da sich dieser Unfall nun vor unserem Urlaub Ende April ereignet hat, habe ich die große Hoffnung, dass im Urlaub diesmal nichts passiert. In den Vorjahren war das immer meine Risikozeit. Dazu zählt u.a. das Runterfallen von einer Kanone auf Malta, von einer Wildschweinskulptur in Florenz, mit dem brandneuen Handy bei Ebbe in die Nordsee fallen.... bei näherem Nachdenken fällt mir bestimmt noch mehr ein, aber ich lasse das lieber. 

Mein Sohn und meine Freundin waren übrigens sehr überrascht, dass ich mein eingeschlafenes Bein nicht bemerkt hatte. Sie konnten das nicht verstehen, bis ich gestern abend mit meiner Mutter sprach, die mir sagte, sie kennt das auch. Irgendwie hat mich das beruhigt. 
Heute werde ich jedenfalls wieder versuchen zu nähen. Wenn schon nicht joggen, dann eben nähen. 

Für mein eigenes Wohlbefinden ziehe ich jetzt mit meinem Schuhregal zu RUMS.






 






Freitag, 1. April 2016

Ich kann heute nicht schreiben....

Ich beginne jetzt den 3. Post und eigentlich wäre es vernünftig heute gar nicht zu schreiben. Irgendwie komme ich nicht so richtig in den Schreibfluss, Formulierungen wollen nicht gelingen und alles, was mir oft so leicht aus den Fingern fließt, ist holprig und öde. 
Dabei wollte ich so gern von meiner letzten Woche bei meiner Freundin schreiben, über meine Erlebnisse mit der Bahn in den letzten Jahren, die grundsätzlich versagte, wenn ich die seltene Gelegenheit nutzte, dieses Schienenfahrzeug zu wählen - eingefrorene Weichen,  Schneewehen auf der Strecke, umgestürzte Bäume auf den Gleisen und zuletzt ein Bankräuber in Frankfurt, der mit der Bahn floh und mir somit meine pünktliche Abfahrt verhagelte! 
Ich wollte über das wunderbar unösterliche Ostern bei meiner Freundin schreiben, über die Cafés in Bad Segeberg, die Cocktailbar in Lübeck (Pink Mojito - ein Hammer!!!), die Ü30 Party, auf die ich eigentlich nur mitging, weil meine 10 Jahre jüngere Freundin noch nicht den Punkt erreicht hat, dass Disco endgültig aus und vorbei ist und mir das Tanzen bis morgens um 3.00 noch 4 Tage später in den Knochen steckte, wie wunderbar heimatlich der norddeutsche Schnack ist, daß die 4. Staffel "Ally Macbeal" mit der besten Freundin auch Jahre nach Ende der Serie was ganz besonderes ist, dass Joggen am Nord-Ostsee-Kanal zwar nicht Joggen am Meer, aber immerhin am Meerwasser ist. 
All das und noch viel mehr gelingt mir heute nicht. Warum schreibe ich dann trotzdem?  Weil ich es einfach will, auch wenn das jetzt ein blöder Text ist, den ich noch nicht mal mit tollen Fotos aufpeppen kann, weil irgendwie nicht dazu gekommen bin, viele Fotos zu machen. Dazu noch meine aus der Bahn geschossenen Fotos von der Binnenalster, wo mal wieder mein Talent durchkam, immer dann abzudrücken, wenn ein Mast mitten im Bild ist. 
 
Erster Versuch: Mast!


 

Schnell nochmal abgedrückt: Wenigstens kein Mast! Spiegelung im Fenster bleibt.




2. Versuch: Mast!




Und nochmal abgedrückt: 



Sollte ich irgendwann extrem verzweifelt sein, werde ich vielleicht ein Buch mit den schönsten Masten Europs rausbringen. Material habe ich genug, denn einmal in Fahrzeugen im Rhythmus pranken die Dinger auf jedem Foto! Und ich schwöre - ich schwöre... wenn ich mal bewußt einen Mast fotografieren will, werde ich den nicht erwischen, es sei denn ich bleibe direkt davor stehen. 

Immerhin - am Meer war kein Mast, nicht mal ein Segelbootmast.          
                                             



Jetzt könnte man meinen, ohne käme ich nicht aus und muss mir einen "basteln".




Aber tatsächlich wollte ich nur irgendwie ins Wasser:




Und so vernebelt wie dieses Bild ist heute mein Kopf, dabei scheint hier die Sonne und morgen sollen es sensationelle 20 Grad werden. 



Wieso ich das jetzt alles schreibe und auch noch poste - keine Ahnung. Es mag an einem Blogbeitrag liegen, den ich gestern über einige Mißgeschicken an Ostern las und ich es so wunderbar erfrischend fand. Wenn ich mir meins jetzt so durchlese, finde ich es wenig erfrischend, aber egal. Wie stand es neulich so schön auf einer Smoothieflasche ... Mut zur L cke. 
Und in der Tat fühle ich mich gerade mit meinem Blog unzufrieden, aber zufrieden, ihn geschrieben und gepostet zu haben. 
Es lebe die Ambivalenz. 
Uns allen ein schönes, sonniges Wochenende! Und ja, heute ist Freutag - und aus Prinzip kommt dieser Beitrag dazu, weil ich mich letztlich freue, doch noch etwas geschrieben zu haben, obwohl es eigentlich gar nicht geht. 


Donnerstag, 31. März 2016

Und jetzt?

Nach einer Woche in Meeresnähe bei meiner bestern Freundin, einer Ü30 Party (wo mir am Eingang einfiel, dass ich meinem Partner vor einer ganzen Weile mal voller Überzeugung gesagt hatte, dass meine Discozeit endgültig vorüber ist) und die ich erst um 3:00 Uhr morgens verließ, einem Besuch in Lübeck, wo ich den leckersten Cocktail meines bisherigen Lebens trank, joggen am Nord-Ostsee-Kanal, Milchkaffee mit Blick aufs Meer und dem ungewöhnliche Gefühl, 2x mit der Bahn durch Hamburg, meiner Heimatstadt, gefahren zu sein, ohne auszusteigen (ich danke der Deutschen Bahn übrigens an dieser Stelle sehr für die Möglichkeit, auf der Rückfahrt aufgrund einer Verspätung mein Sportprogramm im Bereich Ausdauer und Krafttraining innerhalb von 2 Minuten gleich miterledigen zu können), bin ich nun wieder zu Hause und kann mich meinen Projekten widmen.

Mein letztes Projekt - das umgewandelte Herrenoberhemd beschäftigt mich allerdings noch. Die Shorts war eines der ersten Kleidungsstücke, die mich zu Hause empfing, weil ich vor meiner Abfahrt nicht mehr zum Aufräumen gekommen war. 

Da heute Rums-Tag ist möchte ich gern mal eine (nicht immer ganz ernstgemeinte) Umfrage unter den Besuchern machen. Wenn Ihr so eine Hose hättet, wie würdet ihr sie stylen? Mit Tshirt oder Bluse? Am besten nur zu Hause? Gestreiftes Oberteil oder auch kariert? Krawatte oder Fliege?
Im Strandbad als Badeshorts? 


Eventuell Manschettenknöpfe? 


Ich freue mich auf Eure Ideen, während ich jetzt erstmal eine alte und zu große Übergangsjacke bearbeite, bevor ich mich an das nächste Hemd mache.