Donnerstag, 24. November 2016

Professionelles Fotoshooting der zweimal genähten Jacke

Heute ist wieder Linklistentag und nachdem ich gestern schon bei einem anderen dabei war, wollte ich heute eigentlich nicht. Doch die Sonne in meinem Wintergarten weckte mit dreistündiger Verspätung meine Lebensgeister, nachdem mein Körper schon um 6.00 Uhr aus dem Bett kroch.

Und so sieht dann ein Vormittag bei mir aus, an dem ich mich spontan entscheide, doch noch bei  Rums mitzumachen.

Ich schmeiße mich erstmal in die Kleidungsstücke, die ich zeigen möchte: Meine zweimal genähte Jacke (dazu unten mehr) und meine Glanzleggings. Dann bestelle ich mein Fototeam ein:

 


Beim ersten Foto passiert wie so  häufig das: 
(mein Fototeam benötigt die Anweisung "Selbstauslöser")


 


Die ersten Fotos wandern in den virtuellen Papierkorb, bis ich lockerer werde und vergesse, dass man mich von der Praxis meines Hausarzes wunderbar beobachten kann.  
Ich beginne mich hemmungslos vor meinem iPad in Szene zu setzen, damit der geneigte Leser meines Blogs den Eindruck gewinnt, dass ich einen umwerfenden Fotografen vor mir hatte, der mich anfeuerte, motivierte und wir unglaublich viel Spaß hatten. 

 

 

 


Mittwoch, 23. November 2016

Ich mach mir einfach meinen Sommer

Die Tage sind kürzer, die Temperaturen waren schon frostig, mancherorts lag gar schon Schnee und der Aschied vom Sommer war nicht ganz leicht. Aber warum kann man nicht liebgewonnene Momente mit in den Winter transportieren? Mit einigen Anpassungen kann das durchaus gelingen.

Im Sommer sah das noch so aus:

 


Heute dann so:

 

Nicht sichtbar ist die Fleecedecke. Dennoch kann ich nicht stundenlang in meinem geliebten Hängesessel ausharren. Spätestens, wenn der Kaffee kalt geworden ist, muss man wieder ins Warme. Aber dieser kurze Moment des Schaukelns ist für mich noch immer Tiefenentspannung pur. 

Apropos Fleece: Unter meiner Winterjacke wärmt mich mein neuer Fleecepullover, der wieder in die Rubrik "vor ein paar Monaten fand ich den Stoff noch grausam" fällt. Animalprint ging gar nicht. Genauso wenig wie Glitzerschuhe mit oder ohne Fransen, lackierte Fußnägel, usw. 

Für mein Selfie-Fotoshooting, habe ich mich todesmutig meiner Winterjacke entledigt, um endlich mal ein neues Stück im Garten präsentieren zu können. 

 

 

 

Den und die 3 anderen Stoffe erstand ich letzte Woche in einem für mich paradiesischem Stoffgeschäft bei Darmstadt. Ich war eigentlich auf dem Weg ins Einkaufszentrum und schon auf Parkhauseinfahrt eingestellt, als ich aus dem Augenwinkel das Stoffgeschäft entdecke und zum Glück gleich nebenan den riesigen Parkplatz von Toys 'r' us (übrigens gleich neben Beate Uhse mit Toys der anderen Art). 
Unter Berücksichtigung der riesigen Auswahl, die dieser Laden hat und auch nicht unbedingt bei mir um die Ecke ist, bin ich sehr stolz darauf, dass ich lediglich nur 4 Stoffe gekauft habe. 
Kurzer Perspektivwechsel: Die letzten Wochen habe ich mir mal einen Überblick über meinen Stofflager verschafft und war der festen Überzeugung, dass ich definitiv erstmal keine neuen Stoffe brauche.........

Mittlerweile habe ich mich wieder mit meinem koffein- und alkoholfreiem Lieblingsgetränk aufgewärmt: Ingwertee. Heiß oder kalt mit einem Schuß Limettensirup, wobei ich keine Teebeutel verwende sondern den Ingwer in dünne Scheiben schneide und dann in einem Topf mit Wasser aufkoche, noch eine Weile ziehen lasse und fertig. Heiß getrunken wärmt er und soll zudem das Immunsystem stärken. 
Gut durchgewärmt ziehe ich nach langer Abwesenheit heute mal zu 
MeMadeMittwoch

Mittwoch, 9. November 2016

Herbstglitter

Es ist Herbst - in manchen Gebieten Deutschland hat es bereits geschneit - und ich widme mich wieder dem Bloggen, was ich im Sommer sehr vernachlässigte, weil ich meinen Garten und den Sommer genossen habe.  

Da der Schock über den Wahlausgang in Amerika noch im Verdauungsprozeß ist, wäre mir eigentlich eher danach, meinen vielen Gedanken dazu hier Platz einzuräumen, doch ist bereits schon viel an anderen Stellen in den Medien gesagt und geschrieben worden. Im Moment möchte ich dazu erstmal nur sagen, dass es eine Illusion wäre, wenn man glaubt, dies könne nur in Amerika passieren. Das zeigen bereits zu viele Bewegungen im In- und Ausland. 

Jetzt eine Kurve zu meinem heutigen Beitrag über meine neue Tasche zu finden, wird schwierig. 
Vielleicht klappt es über den Klimaschutz, der laut Aussage vom gestern Gewählten überflüssig ist, da sich das Klima angeblich nicht ändert. 
Zum Schutz des Klimas gehört auch der nachhaltige und bewußte Umgang mit Materialien und Upcycling ist eine Variante. 
Yeah, so klappt es. 
Ich habe mal wieder ein altes Herrenhemd verarbeitet. Diesmal zu einer Tasche. Tatsächlich hatte ich sie schon im Frühjahr fertig und auch im Einsatz, aber mir fehlte das i-Tüpfelchen. 

 

 

 


Die Umarbeitung ist eigentlich denkbar einfach, denn richtig gefaltet und zusammengenäht, ist das Futter gleich dabei. Die Ärmel (inklusive Loch) wurden zu Trägern und die Knopfleiste an der Blende einmal zugenäht. Die Brusttasche ist geblieben und neben dem Hauptfach kann man noch etwas in den Kragen/Halsausschnitt stecken. 

Letzte Woche hatte ich dann endlich eine Idee, wie ich der Tasche mein persönliches i-Tüpfelchen verpasse. Damit habe ich mehr oder minder 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn ich wollte unbedingt eine silberne Tasche haben. 
Warum ich schon vor Jahren silberne Textilfarben gekauft habe, obwohl ich noch längst nicht in Glitzerstadium angelangt war, wird mir für immer ein Rätsel bleiben, aber sie war für meinen spontanen Ideenumsetzprozeß sehr hilfreich. 

 

Gestern abend habe ich einen zusätzlichen Nutzen bemerkt. Im Dunkeln ist dieses Teil fast schon ein Reflektor. Wenn ich dann noch meine Paillettenstiefeletten trage, komme ich sicher durch den Winter, auch wenn sich dann mancher wundert, weshalb 2 Schuhe und ein gefaltetes Hemd über die Wege schwebt - das natürlich nur, wenn ich nicht auch noch meine schwarze Hose und Jacke silber färbe. 

 

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, diese "Hemdtasche" individuell zu gestalten. Ob man anstatt der Ärmel z.B. ein Gurtband oder andere Taschenträger nimmt, die Knöpfe abtrennt und/oder andere annäht, den Hemdkragen entfernt, die Brusttasche mit anderen Stoffen ersetzt... alles ist möglich.

Beim Fotografieren dachte ich übrigens gerade, dass einige Stangen Lauch oder ein paar Blumen toll wären, um sie für das Foto in die Tasche zu stecken. Beides hatte ich nicht. Den Hokkaido hätte niemand gesehen und Lauch gibt es erst heute Nachmittag auf unserem Markt. So musste die Zeitung modeln und auch die ist nicht aktuell, sondern von letzter Woche. Das - so denke ich - ist aber RUMS so ziemlich egal. 





Donnerstag, 15. September 2016

Aus Rom über Mode, Wandlungen und verschlungene Wege zum Ziel

 


Seit 5 Tagen nun im eigentlich sonnigem und sehr warmen Rom, scheint es heute eher regnerisch zu sein, während bei uns zu Hause noch brütende Hitze herrscht. Ich hoffe, meine Pflanzen überleben das, habe ich doch glatt vergessen, sie vor Abflug mit ausreichend Wasser zu versorgen.


Mein reichlich gepackter Koffer hat mich mit allen möglichen modischen Wandlungen versorgt, die sich bei mir in letzter Zeit ergeben haben.
Noch im Juli in Hamburg schlenderte ich mit einer Freundin an Schaufenstern vorbei, um die von ihr ausgedeuteten Schuhe mit "Fransen... nee, mag ich gar nicht" zu kommentieren. 2 Tage später hatte ich nicht nur Sandalen mit Fransen - sie waren zudem auch noch silber (ging vorher gar nicht). Länger wehrte sich mein Geschmack gegen Zehentrenner. Nach 2 Wochen gab er nach. Zuvor kapitulierte er noch vor Glitzer in  allen erdenklichen Variationen. Mittlerweile schaue ich schon jetzt nach mir noch anhaftenden vermeintlichen Todsünden in der Mode, weil ich mir in der Hinsicht gerade ziemlich kopfschüttelnd selbst zuschaue. Lackierte Zehennägel fand ich 51, 8 Jahre ganz schrecklich. Ich hatte allemöglichen diffamierenden Ausdrücke dafür, die ich allesamt vergessen habe, weil meine Zehen gerade mit einem hologrammartigen Glitzerlack überzogen sind, der je nach Lichteinstrahlung changiert und ich häufiger als sonst auf meine Füsse schaue um ganz entzückt über meine Nägel und/oder das jeweilige Paar Schuhe zu sein.

 

Angesichts der Tatsache, dass ich mich noch vor gut 3 Jahren damit gerühmt habe, im Sommer mit ein Paar Sandalen (Tevla Treckingsandalen) auszukommen, könnte mein Schugepäck für Rom eher mit einer Verwechselung des Koffers anmuten.

 

An dieser Stelle muss ich den weltbesten Partner mal erwähnen, der alles etwas staunend verfolgt, reichlich schmunzelt und hin und wieder ein "Du bist sooo Mädchen" murmelt. 

Der Vorteil dieser Wandlung ist, dass liegengebliebende Stoffe endlich verwertet werden. So kaufte ich vor Jahren einen Stoffrest, aus dem ich eigentlich einfach ein Tuch machen wollte, was natürlich nicht geschah. Kam mir dieser Stoffrest dann in die Quere, fragte ich mich, warum ich diesen Stoffrest eigentlich gekauft hatte. 
Letzte Woche dann hatte ich vor, mir für Rom noch ein Trägertop zu nähen. Einen anderen liegengeblieben Stoff hatte ich schon im Kopf. Montags begann das Projekt. Auf der Suche nach dem Stoff, stiess ich auf eine alte Hose, Grösse 46 mit weiten Beinen, die ich mal in Strassburg gekauft hatte. Am Ende des Tages hatte ich eine Hose in Grösse 36 mit engen Beinen, allerdings weder den Stoff  gefunden, noch das Top genäht.
Am Dienstag dann Versuch Nummer 2. Diesmal stolpere ich noch vor der Suche nach dem Stoff über ein älteres Chiffonshirt. Innerhalb weniger Begutachtungen entscheide ich auch das abzuändern. Aus dem ehemals weitem Shirt wird eine Trägershirt.

 
Immerhin - ich näherte mich meinem eigentlichen Vorhaben.
Nachdem ich das Shirt dann fertig hatte, suchte ich tatsächlich nach dem eigentlichen Stoff, fand dann den was-hab-ich-denn-da-gekauft-Stoff und nähte mir daraus einen Tag später endlich ein Trägertop. Den ursprünglich vorgesehen Stoff fand ich zwar auch, aber der muss jetzt warten.

 

Jetzt in Rom verweilend habe ich nicht nur 2 Tops und eine abgeänderte Hose, zudem 2 Jumpsuits (vor 1 Monat: Gott, ich hasse Jumpsuits), diverse Schuhe, bin zum ersten Mal in meinem Leben mit Nagellack unterwegs und harre mit Spannung der Dinge, die da kommen. 

Nach langer Abwesenheit melde ich mich heute bei RUMS zurück und danke meinem Partner für die Hilfe beim spontanen Fotoshooting im Hotelzimmer. 


Dienstag, 9. August 2016

Fugenkratzen im Sommerloch

Im Fernsehen laufen vorwiegend Wiederholungen, Lieblingssendungen machen Sommerpause, Athleten aus der ganzen Welt erhoffen sich in Brasilien diverse Medaillen - wenn auch von mir weitestgehend unbemerkt und selbst der Sommer macht bei uns gerade Pause.
Meine Pause war recht lang. Neben erwähnten Gründen in vorigen Posts war ich zudem viel Unterwegs. Malta, Potsdam, Rostock, Hamburg. Dann wieder zu Hause und zuletzt wieder Hamburg. Meine Nähmaschine habe ich lediglich zum Abändern und Ausbessern benutzt - auch ihr sei eine Sommerpause gegönnt.
Stattdessen war ich - wenn zu Hause - viel im Garten, habe Unkraut gerupft und Fugen gekratzt. Sollte jetzt jemand in mitleidiges Stöhnen verfallen, den muss ich enttäuschen. Ich weiss auch nicht genau, was mich da in letzter Zeit reitet, aber ich habe richtig Spass daran und irgendwie hat es einen therapeutischen Effekt. Wenn ich davon im Freundeskreis erzähle kommen sofort Angebote, meiner wahrscheinlich saisonalen und vorübergehenden Leidenschaft in ihren Gärten nachzukommen, was ich vehement ablehne - ich kratze nur meine eigenen Fugen.
Essentiell wichtig war das richtige Gerät. Mein alter Fugenkratzer, aus einem Billigangebot im Discounter stammend, war nicht mehr auffindbar. So stöckelte ich dann in die Gartenabteilung unseres lokalen Baumarktes und staunte über die großartigen Geräte, mit denen man herumwerkeln kann. Falsch: Ich wollte gar keinen neuen Fugenkratzer kaufen sondern lediglich ein neues Paar Gartenhandschuhe, die auch bei fiesen, steinharten, unkaputtbaren und gentechnisch mutiert anmutenden Dornen nicht nachgeben. Seit meiner Bänderdehnung war das Tragen von Absätzen lange Zeit etwas schwierig, umso mehr genoss ich das Ausführen meiner Schühchen im Baumarkt und stolperte in die Gartengeräteabteilung, wo mir dann prompt der fehlende Fugenkratzer einfiel. Ich entschied mich für eine erschwingliche Variante mit Edelstahlklinge, die mich allein schon deshalb ansprach, weil sie einen schwarzen Klingenschutz hatte, was mir das völlig subjektive Gefühl von erheblicher Belastbarkeit und Schärfe suggerierte. Wie leicht sind doch Frauen zu beeindrucken!
Seitdem kratze ich Fugen und hätte glatt Chancen auf eine Medaille wenn es eine olympische Disziplin wäre.
Den gleichzeitig erworbenen Unkrautstecher habe ich bisher nur rudimentär getestet, aber immerhin genug, um meine Minze in Teilen vom lästigen Unkraut zu befreien und sie verstärkt wachsen zu lassen.

Der von mir genutzte Gartenanteil sah vor meiner Aktion so aus:

 

Wenn man genau hinschaut, kann man mit viel Fantasie erkennen, dass es sich hier um völlig zugewachsene und mit Moos bedeckte Platten handelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass ich in den letzten 2 Jahren aus verschiedenen Gründen den Garten so gut wie gar nicht nutzte. 
Nach ca. 6 Stunden Geräte- und Körpereinsatz sah das ganze dann so aus:

 

Hier sind noch nicht alle Fugen gekratzt, aber es reichte für ein erstes entspanntes Sonnenbad. Mein Lieblingsplatz ist meine Hängesessel. Reinsetzen, schaukeln und die Tiefenentspannung geniessen. Hin und wieder in einem guten Buch lesen - der Sommer darf von mir aus noch bis Dezember gehen und im Februar wieder starten.

Und was ist sonst noch alles passiert - ich war ausgiebig Schuhe shoppen in Hamburg, wo ich die Wohnung meiner Mutter 2 Wochen lang hütete, während sie mit meinem Ältesten auf der Queen Mary 2 eine Kreuzfahrt nach New York unternahm. Das war ein perfekter Deal für mich, da ich nicht auf Kreuzfahrten stehe, mein Sohn hingegen schon und ich meine Heimatstadt in der Zeit geniessen konnte. So wurde die "Kleine Rast" an der Elbe am Abend zu meinem 2. Wohnzimmer. Obwohl mir ein Auto zur Verfügung stand war ich nur mit dem Fahrrad unterwegs und wurde schnell daran erinnert das Fahrradfahren in Hamburg nicht das Gleiche ist, wie Fahrradfahren in einer hessischen Kleinstadt. 

 

 

Auf Malta war ich nach 4 Jahren zum ersten mal wieder Tauchen

 

Es war im Wasser zwar reichlich kalt obwohl ich zwei Neoprenanzüge trug, aber es machte Spass. Einen weiteren Tauchgang machte ich leider nicht, da es mir in der Tat zu kalt war und mein Ohr Schwierigkeiten machte. Aber der Urlaub ist in Planung. 

Wenn der Sommer weiterhin pausiert, komme ich in den nächsten Tagen vielleicht zu mehr Berichten meiner Reisen mit Fotos. 

Donnerstag, 28. April 2016

Mein Allroundtäschchen

* Urlaubsbedingt habe ich eine Weile meinen Blog vernachlässigt. Heute schaue ich rein und stelle fest, dass die titelgebende Tasche gar nicht mehr zu sehen ist. Ups, dachte ich mir, dann muss ich die wieder einfügen. Nur gibt es die Fotos nicht mehr, weil ich sie aus Speichergründen scheinbar von allem gelöscht habe, was irgendwie Speicherplatz hergab. Einzig fand ich ein Foto von der Tasche in seiner ersten Version. Dann fiel mir gerade in einem Anflug von Geistesblitz ein, dass es im iPhone den Ordner "Zuletzt gelöscht" gibt, den ich bisher immer überflüssig fand. Seit heute bin ich ein großer Fan davon! 

Für unseren Urlaub auf Malta wollte ich mir eigentlich ein Etui für Reiseunterlagen nähen, aber dazu kam ich am Ende nicht. Da ich zu Missgeschicken und moderatem Chaotentum neige, wollte ich aber diesmal weder meine Boardingkarte vor noch nach der Sicherheitskontrolle verlieren. So schnappte ich mir das Täschchen, das ich probeweise genäht hatte und es stellte sich heraus, dass es wunderbare Dienste im Urlaub vollbringt. Ich bekomme Ausweis, Karten, Bordkarten (ich druckte sie gleich mehrfach aus), Pass, Geld und auch noch Handy unter. Wenn wir morgens zum Frühstück gehen, habe ich sie bei mir und auch manchmal abends im Restaurant, wenn ich keine Handtasche mitnehmen will.


 

 

 

 




Selbst mein Tauchlogbuch passt hinein, welches ich auch schon mal verloren hatte. Übrigens war mein erster Tauchgang nach 4 Jahren erfolgreich. Fotos  werden noch mehr folgen. 

Ich nutze die traumhafte Kulisse Maltas, um heute für RUMS mein Täschchen in Szene zu setzen, mich mal wieder zu melden und ganz nebenbei noch ein paar Fotos von Valletta und St. Julian zu posten, die ich mit dem Handy aufgenommen habe. Meine superduper Kamera ist zwar dabei, aber ich hatte bisher keine Lust sie zu Ausflügen mit mir rumzuschleppen. Sie hütet brav den Hotelsafe.

Leider geht es Samstag wieder zurück und ich hoffe, dass der erneute Wintereinbruch in Deutschland wieder weg ist. 


Spinola Bay, St. Julian




D'Office, ein außergewöhnliches maltesisches Restaurant, Valletta

 


Ausblick aus einer Holzskulptur, Valletta


Die Hauptstrasse von Valletta

Ich wünsche allen Zuhause einen schönen Tag und hoffentlich besseres Wetter. 






Montag, 18. April 2016

Über Depressionen





Ich war jetzt eine Weile inaktiv auf meinem Blog und an meiner Nähmaschine. Einzig habe ich ein paar Klamotten geändert. Der Grund für meine Abwesenheit ist meine wiedergekehrte Depression. Wer meinen Blog verfolgt, hat mich in erster Linie als einen lebensbejahenden und eher fröhlichen Menschen erlebt. Ich hatte auch schon ein, zwei Durchhänger publik gemacht, aber bisher ist nirgends auf meiner Seite etwas über meine seit Jahren bestehende Depression zu lesen. Ich habe mich bis heute entschieden, nichts darüber in diesem Blog zu schreiben, doch jetzt drückt mich die Depression so sehr in die Knie, dass die letzten Tage für mich fast unerträglich waren. 
Vielleicht fehlte es mir auch bisher an Vorbildern in den mir bekannten Kreativblogs, die nicht nur über ihre tollen Projekte schreiben. Ich war immer ganz erfreut, wenn ich in manchen Blogs über Missgeschicke las, die so wunderbar ehrlich und dennoch durch einen gewissen Abstand auch lustig zu lesen waren. Ich kann mich darin selbst erkennen. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich habe viel Interesse an den den tollen Bloggern, die über ihr Leben schreiben und das, was sie machen. Meine Bookmarks sind voll davon. Ich glaube mir geht es einfach darum, auch unter den vielen Bloggern über eine Seite zu schreiben, die es eben auch gibt und ganz ehrlich - ich hoffe, dass es nicht Vilen so geht, wie mir. 

Neben meiner kreativen Seite, die näht, malt, Glas schneidet und noch so viel ausprobieren will, ist leider auch die Seite, die zu Depressionen neigt. Diese Depressionen legen alles lahm. Sie begannen ganz massiv vor mehr als 16 Jahren, als ich mit einer dazugehörigen Angststörung meinen bisherigen Job als Marketing-/Vertriebsassistentin aufgeben musste. Schon der Job, der nie mein Fall war, trug maßgeblich zu meinem damaligen Zusammenbruch bei. Ich bin eben ein kreativer Mensch, der gern Dinge mit den Händen macht, Ideen entwickelt und völlig deplaziert in einem Büro ist. Dennoch wählte ich damals diesen Weg, weil ich alleinerziehende Mutter von 2 Söhnen war, mein Exmann spurlos verschwunden und somit auch kein Unterhalt gezahlt wurde. Also gab ich meinen eher unsicherern Beruf als freiberufliche Übersetzerin für Filme und Serien auf, um mir eine Festanstellung zu suchen. 
Ich war erfolgreich in meinem Job, verdiente gutes Geld und jonglierte zwischen Vollzeitjob und 2 pubertierenden Kindern mein Leben. Das ging ca. 2 Jahre einigermaßen gut. Dann brach alles zusammen. Es folgte ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt mit anschließender ambulanter Therapie. Meine Mutter, die damals extra aus Hamburg zu uns nach Hessen kam, kümmerte sich um meine Kinder. Mein Partner stand mir, wo er konnte zur Seite. Und meine Freundin, die ich heute nie wieder missen will, war mir eine große Hilfe. Es dauerte viele Jahre, bis ich wieder einigermaßen auf den Beinen war. Meinen Beruf/Job kann ich nicht mehr ausführen und beziehe seit einigen Jahren eine Erwerbsminderungsrente. 
Das alles wollte ich hier eigentlich nie schreiben und vielleicht lösche ich diese Seite bei Zeiten auch wieder, doch gerade jetzt, wo meine Depression mit einer solchen Macht wieder da ist, möchte ich darüber schreiben, weil es mir Erleichterung bringt. Und ich möchte mich an dieser Stelle auch gegen den ständig herrschenden Perfektionismus aussprechen, der meines Erachtens besonders bei Frauen sehr stark ausgeprägt ist. Wir - und ich zähle mich leider noch immer dazu, wenn auch vielfach abgemildert durch jahrelange Therapie - wollen die perfekten Mütter, die perfekten Partnerinnen/Ehefrauen, die perfekten Berufstätigen und stets attraktiven Frauen sein. Dieses Bild wird von den Medien noch zusätzlich gefördert. 
Ich rege mich darüber auf, dass mir im Fernsehen eine Moderation sagt, wo meine Problemzonen sind. Es ärgert mich, wenn von Frauen berichtet wird, die angeblich spielend Beruf und Familie unter einen Hut bekommen, weil ich mich dem gegenüber immer als Versager fühle. 
Natürlich gibt es solche Frauen, aber sind sie wirklich der Maßstab? Können denn nicht auch andere Frauen daneben bestehen, die eben nicht alles allein schaffen und dennoch stark sind? In ihrer Schwäche Stärke zeigen? Mir ist bewußt, dass es Männern im Leben auch nicht leicht haben und vielleicht schreibe ich irgendwann mal meine Gedanken dazu auf, doch hier geht es jetzt um mich.

In einem Blog las ich neulich von einer jungen Frau, die sich eine Bluse genäht hatte und ein wenig enttäuscht darüber war, dass sie nicht auf dieses selbstgemachte Stück angesprochen wurde. Sie hatte beim nähen einige Schwierigkeiten gehabt und war nun ganz zurecht stolz auf diese Bluse. Sie schrieb aber, dass keiner fragte, ob sie sie selbstgemacht hatte. Als ich das las, wurde mir meine eigene Haltung bewußt. Wenn ich etwas nähe und mich fragt jemand, ob ich das selbstgemacht habe, frage ich mich (manchmal auch direkt zurück), ob man das denn sehen würde. Ich glaube dann immer, dass an irgendeiner Stelle etwas nicht richtig ist. Was ist das für eine schräge Haltung meinerseits? Ich weiss auch nicht, ob noch jemand solche Reaktionen oder Gedanken hat, aber ich kenne sie nur allzu gut. Und mit dieser Haltung beginne ich oft neue Projekte, die eine so hohe Messlatte haben, dass ich sie nie erreichen kann. Wenn es mir gut geht, ich die innerliche Kraft habe, setze ich mich hin und übe (ich bin passionierte Autodidaktin). Ich arbeite auch so lange an einer Sache, bis ich damit zufrieden bin. Das geht eben, wenn es mir gut geht und ich auch einigen Frust wegstecken kann. Aber warum nicht auch mal etwas mit Stolz tragen, was eben nicht perfekt ist?