Montag, 27. Februar 2017

Trendfarbe: Beesch für 12 Colours of Handmade Fashion

Als Selmin von Tweed and Greet anfang Februar verkündete, dass diesen Monat bei den 12 Colours of Handmade Fashion Beige dran ist, wußte ich sofort, was ich zeigen würde. Und noch toller, es lag schon seit über einem Jahr in meinem Kleiderschrank, nur war ich noch nie dazu gekommen, dieses Stück zu zeigen.
Das mag an der Farbe liegen. Ich liebe Beige sehr, wirklich, aber als Teilzeittolpatsch führt das leider dazu, dass Kleidungsstücke dieser Farbe mehr in der Waschmaschine sind als im Kleiderschrank. Mit hellen Hosen ziehe ich den Dreck magisch an. Wahrscheinlich auch mit dunklen Hosen, aber das sehe ich nicht, was nicht wirklich von Vorteil ist und länger mag ich auch darüber nicht nachdenken.

Da bei manchen nicht gerade Begeisterungsstürme wegen der Farbwahl ausbrachen, habe ich mir für heute vorgenommen, meine Hose mal mit verschiedenen Oberteilen und Schuhen zu zeigen, denn ich finde sie unglaublich wandlungsfähig. Der Schnitt ist mal wieder von Schnittvision und der Stoff (elastisch) aus dem kleinen aber feinen Stoffladen 40 Min mit dem Auto von hier entfernt - also um die Ecke. Geschlossen wird sie mit einem Reißverschluß an der Seite.

Es ist übrigens eine der wenigen Hosen, bei denen ich absichtlich auf Taschen verzichtet habe (sind auch nicht vorgesehen). Meiner Meinung würden sie die Schlichtheit nehmen.




Auf dem letzten Foto mache ich dieses erstaunte Gesicht, weil das plötzliche Knarren des Hockers beinahe vom selbigen gehauen hätte.





Das Hemd (Klick) hatte ich im Dezember oder Januar schon einmal gezeigt, aber mit den von mir heißgeliebten Paillettenstiefeln sollte es oben etwas schlichter zugehen. Außerdem habe ich tief in die Requisitenkiste gegriffen und mir Kopfbedeckungen gesucht (u.a. eine meiner selbstgemachten Beanies). Einfach nur so.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Geschichte vom gemeinen Futter


Letzte Woche hatte ich hier (Klick) bereits von den Fortschritten meiner Cabanjacke geschrieben. Die gefühlten 96 Schnittteile konnte ich schließlich schnittmusterkonform zusammensetzen und kam mit dem Nähen auch ganz gut voran.
Das Futter, welches ich noch vor der Jacke zugeschnitten hatte und normalerweise zuerst nähe, schob ich erstmal beiseite, weil ich da noch keinen Plan vom Zusammensetzen hatte. Das war tatsächlich sehr hilfreich.

Während der Stoff so fröhlich unter meiner Maschine hindurchratterte und ich diverse Anproben mit wachsender Vorfreude machte, fiel mir plötzlich auf, dass das gute Stück überhaupt keine Taschen hatte. Und schon bröckelte die Freude ein wenig herunter. Nun fing mein Gehirn an zu rattern und ich überlegte mir eine Lösung für dieses wirklich tiefgreifende Taschenproblem. Aufgesetzte Taschen wären am einfachsten gewesen, aber sie passten einfach nicht zum Schnitt. Ich entschied mich dann Eingriffstaschen in jeweils eine der vorderen Teilungsnähte einzuarbeiten. Das ging solange gut, bis mir irgendwann einfiel, dass die Jacke ja doppelreihig geschlossen wird und folglich mindestens eine der Eingriffstaschen durch Knöpfe belästigt wird.
Ganz ehrlich - das war der Moment wo ich dachte: "Erstmal abwarten, wie sich das ganze entwickelt".

Dienstag, 21. Februar 2017

Punkt, Punkte, am gepunktesten

 
Ich tendiere dazu, viele meiner Posts mit den Worten "vor einigen Jahren" zu beginnen, was ich eigentlich vermeiden möchte, aber wie sonst soll ich es ausdrücken, dass ein schwarzer Jersey mit weißen Punkten schon recht lange in meinem Stofflager liegt?
Aus den wahrscheinlich 4m Stoff hatte ich ein Wickelkleid in Gr. 44 genäht und vorletztes Jahr, als es mir schon viel zu groß war, verkauft.
Der restliche Stoff lag herum und ich grübelte lange, was ich daraus machen sollte. Ein Freund schlug einen Rock vor. Fand ich total langweilig. Nochmal ein Kleid, diesmal in einer passenden Größe? Och nööö. Für den Winter ist der Stoff zu dünn und für den Sommer zu dunkel. Dann liebäugelte ich mit einer Leggings, aber da ich mir bereits eine aus Blümchenjersey, Pannesamt und Glanzjersey genäht hatte, war die Idee auch nicht gut.
Dann kam das Motto "Punkt, Punkt, Komma, Strich" von #Nähdirwas für Februar und heute machte ich mich dann an den Stoff. Und was macht man, wenn man bisher alle Schnittvorschläge verworfen hat? Man nimmt den, den man total langweilig fand, nämlich den Rock. Er wurde deshalb wieder spannend, weil ich neulich einen wirklich schönen Rock in Wickeloptik gesehen hatte. Wo ich ihn sah - keine Ahnung, also schnappte ich mir einen Jerseyrock aus meinem Kleiderschrank, nahm davon den Schnitt für das hintere Teil ab (Hinterteil wollte ich jetzt wirklich nicht schreiben) und fertigte aufgrund der Maße den Schnitt für das Vorderteil.

Sonntag, 19. Februar 2017

Mein 1. Bloggeburtstag

Happy Birthday to you, my Blog, Happy Birthday to you....

Meine Lieben, ich habe am 19.2.2017 meinen 1. Bloggeburtstag und auch wenn ich mit einigen Unterbrechungen das letzte Jahr gebloggt habe, bin ich stolz darauf.
Es mag diverse Blogs geben, die erfolgreicher, beliebter und interessanter sind, aber wenn ich auf meine Besucherzahlen schaue, bin ich einfach erstmal stolz auf mich. Und es ist vielleicht genau das, was ich letztes Jahr in allererster Linie für mich und heute für meinen Blog gelernt habe - der Vergleich mit anderen mag manchmal wichtig sein, aber er ist nicht aussschlaggebend.
Für das, was ich im letzten Jahr für mich und auch für meinen Blog getan habe, freut ich mich. An meinen Möglichkeiten gemessen habe ich sehr viel erreicht.
Natürlich sehe ich mir andere Blogs an und sehe, wieviele Besucher und Kommentare sie im Vergleich zu mir bekommen, aber mir ist es gelungen, deshalb nicht entmutigt aufzugeben sondern einfach weiterzumachen. Das ist eine neue Erfahrung für mich. Ich habe meine eigene Messlatte etwas tiefer gelegt und das tut mir gut.
Mir ist klar, dass einige Beiträge beliebter sind, als andere, aber für mich zählt am Ende erstmal das, was es mir gibt. Alle Dinge, die ich innerhalb dieses Jahr genäht, gemacht und gepostet habe, haben mich weitergebracht.

Allen, die meinen Blog in dieser Zeit zu irgendeinem Zeitpunkt besucht haben, gilt mein Dank. Ich habe mich riesig über jeden Kommentar gefreut und möchte allen Kommentarschreibern dafür danken. Ob es die Besucherzahlen oder aber insbesondere die Kommentare sind, die mich jedesmal ermutigen, weiterzumachen - es bedeutet mir sehr viel.
Ich habe im letzten Jahr viel über das geschrieben, was ich gemacht habe, aber auch vereinzelt über das, was mich umtreibt. Das war noch sehr zögerlich, aber ich hoffe, dass es künftig mehr wird.
Wir leben gerade in einer Zeit, die sehr im Umbruch ist und von Unsicherheit bestimmt ist.
Am Wochenende las ich einen Kommentar auf einem anderen Blog über die Inschrift der Freiheitsstatue in Amerika und ich kommentierte diesen Eintrag mit folgenden Worten:

"Ich liebe es kreativ zu sein, zu nähen, zu schreiben, zu malen und mit neuem zu experimentieren. Aber ich sehe eben auch, was auf der Welt passiert und ein Trump, eine LePen, ein Höcke... sind alle brandgefährlich und es scheint einen Geist in der Gesellschaft zu geben, die durch diese Menschen genährt werden. Darum bin ich Dir sehr dankbar für diesen Beitrag, weil unsere Kreativität toll ist, aber nur in einem Umfeld entstehen kann, das die größtmögliche Freiheit bieten kann. Es sind auch die anderen Kulturen, die uns inspirieren. Wir können die Augen davor nicht verschliessen.

Wir können dankbar für die Freiheit sein, unsere Meinung und unsere Leidenschaften in einem Blog äußern zu können. Ich bin dankbar für die freundliche und mutmachende Bloggergemeinschaft der Näherinnen und Kreativen. Da ich zu Hause für mich arbeite, ist mir diese Anerkennung von Euch sehr wichtig und bedeutet mir sehr viel. 
Meinem manchmal erwähnten weltbesten Partner gilt dieser Dank ganz besonders, weil er meine Blogs trotz seines Jobs, der ihn sehr fordert, regelmäßig liest. 

Anläßlich dieses Geburtstages hätte ich einen Kuchen backen sollen, aber seit meine Kinder ausgezogen sind, koche und backe ich nur noch selten. Und da mein Blog keinen Kuchen isst, hätte ich ihn allein essen müssen oder mit meinem Partner oder Freundinnen. Stattdessen war ich auf der KreativAll in Wiesbaden, habe reichlich Kaffee getrunken und einen wunderbaren Tag mit einer sehr guten Freundin dort verbracht. 

Ich hätte gern ein neues Stück gezeigt, welches Freitag vorerst fertig wurde, aber dann aus Ungeduld und einem Futterstoff, der schon bei der Anprobe riss, noch nicht ganz präsentabel ist. Stattdessen möchte ich hier rückblickend meine ganz persönlichen Highlights noch einmal zeigen: 

So durcheinander und unvollständig diese Auswahl ist .... das bin nunmal ich!



Finale vom Blusen Sewalong
Softshellblazer mit Samtleggings


Meine geschnittenen Weinflaschen

Mittwoch, 15. Februar 2017

Männersachen: Regenbogen oder wie man dauerhaft 10 Jahre zusammen ist.

 
Vor 10 Jahren lernte ich meinen Partner kennen. Allerdings ist das nicht richtig. Neudeutsch würde man "alternativ facts" sagen.
Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Vor einer Weile trafen wir uns mit befreundeten Arbeitskollegen von ihm im tiefsten Schwarzwald. Morgens beim Frühstück fragte uns seine Kollegin, wie lange wir eigentlich schon zusammen wären und mein Partner sagte "10 Jahre". Ich sagte erstmal nichts. Immerhin hatten wir uns am Arbeitsplatz ineinander verliebt und es damals geheim gehalten. Später auf der Heimfahrt fragte ich ihn, weshalb er "10 Jahre" gesagt hatte und er antwortete ganz selbstverständlich: "Wieso? Wir sind doch seit 10 Jahren zusammen". Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits mindestens 15 Jahre zusammen. Ich musste so lachen, weil das so typisch Mann ist. Von da ab beschlossen wir, wenn man uns fragt, einfach IMMER "10 Jahre" zu sagen. So werden wir ewig seit 10 Jahren zusammen sein.
Mein Partner ist Sohn einer gelernten Pelznäherin und wuchs mit Nähen praktisch auf. Manch einer entwickelt eine Leidenschaft für das, was die Eltern bzw. Mutter macht - andere nicht unbedingt. Er sah vorwiegend den Nachteil darin. Wenn es zu Hause zu flicken oder auszubessern gab, wurde es wochenlang nicht erledigt, weil erstmal die Kunden dran waren. Als ich das erste mal etwas für ihn binnen weniger Tage erledigte, war er ganz erstaunt.
Ich erinnere mich an mein erstes Kleid nach 20 nähfreien Jahren, dass ich ihm damals zeigte und er war begeistert. Dann folgte Kleidungsstück nach Kleidungsstück und anfangs war er mit dem gleichen enthusiastischem Lob dabei. Irgendwann flachte es nach und nach ab.
Ich zeigte ihm voller Stolz mein in der Nähtechnik immer besser werdenden Teile und er sagte: "Schön".
Und wo kommt jetzt der Regenbogen aus der Überschrift her?
Ganz einfach. Dieser tolle Mann arbeitete eine Weile häufiger vom Home Office aus. Dabei hatte er oftmals nebenbei den Fernseher laufen und wurde so recht schnell zum Fan von "How I met your mother". Ich mochte die Serie gar nicht, weil im Hintergrund immer dieses Konservenlachen zu hören ist. Aber mein mir nicht angetrauter Mann kann toll erzählen und so erzählte er mir immer wieder lustige Szenen dieser Serie, bis auch ich begann, sie mir anzusehen. Irgendwie gelang es mir, dieses Konservenlachen auszublenden und war angefixt.
In einer Folge ist die Kindergärtnerin Lily zu sehen. Ein kleines Mädchen kommt zu ihr und zeigt ihr einen Regenbogen, den sie gemalt hat und Lily sagt:"Ein Regenbogen! Wie wundervoll!".... und das wiederholt sich immer und immer wieder, bis man das 1001. Mal sieht, wo ihr das selbe Mädchen einen weiteren Regenbogen zeigt und Lily sagt diesmal  "Schon wieder ein Regenbogen!?!?! Meine Güte, kannst Du nicht mal was anderes malen!".
Mir wurde irgendwann klar, dass ich mit meinen genähten Kleidungsstücken genau den selben Effekt bei meinem Partner auslöste. Um dem vorzubeugen, kündige ich seitdem ein neues Teil mit den Worten: "Achtung, ich muss Dir einen weiteren Regenbogen zeigen!" an. Das hat den Vorteil, dass ich auf ein weiteres "schön!" eingestellt bin, er hingegen weiß, dass ich eigentlich voller Stolz bin.
Ihr seht schon, ich gehe davon aus, dass mein weltbester Partner meine Näharbeiten zwar anerkennt, aber nicht immer Lust hat, voller Enthusiasmus in Ekstase zu geraten.

Mein anderer strategischer Zug war, ihm hin und wieder etwas zu nähen. So wünschte er sich Einkaufsbeutel und eine Holzfällerjacke mit Teddyfutter. 
Die Stoffe suchte er sich jeweils selbst aus. Das Kunstkuhfell stammt noch aus einer Geburtstagsaktion im Verwandtenkreis. Aus dem Rest des maritimen Stoffes konnte ich mir selbst noch eine Tasche (Klick) nähen.

 

 

Das Schnittmuster hatte ich von einer anderen Jacke von ihm abgenommen.

 

Und da der Besitzer selbst nicht modeln wollte, übernahm ich das. Bei sitzt sie etwas lockerer.

 

Montag, 13. Februar 2017

Ups, das wird ja eine Jacke....

Es ist Montag, die Sonne scheint und heute morgen griff ich in den Kleiderschrank mit der Absicht, mal etwas anderes als Jeans oder Leggings anzuziehen. Dennoch sollte es warm sein, denn es ist noch immer frostig draußen und selbst drinnen friere ich.


Als erstes Griff ich zu dieser Hose und obwohl ich weiß, dass ich sie enger gemacht hatte, war ich doch erstaunt, dass ich komplett selbstgenäht hatte. Das war mir doch tatsächlich entfallen.

Beim Oberteil wählte ich den grauen V-Ausschnittpullover. Während ich beides vor dem Spiegel überprüfe, bemerke ich, dass ich ganz zufällig (oder auch nicht...) 2 Teile gewählt hatte, die selbstgenäht sind.




Es ist einfach ein wirklich tolles Gefühl, wenn man sich etwas zum Anziehen sucht und plötzlich 2 selbstgenähte Teile in der Hand hat. Und es werden immer mehr.

Mein "Puzzle-Mantel" nimmt auch langsam Form an. Die gefühlten 367 Schnittteile konnte ich, soweit ich es überblickt habe, richte zusammenfügen. Es fühlte sich aber tatsächlich am Anfang mehr nach einem textilen 3-D-Puzzle an. Ich habe noch nie so viele eigene Markierungen mit Schneiderkreide auf Teile gezeichnet, wie bei diesem Projekt.


Donnerstag, 9. Februar 2017

Blusen Sew-a-long 2017 und plötzlich ist Finale

Tadaaaaa! Trommelwirbel.... Sie ist fertig!



Ich möchte mich erstmal bei allen bedanken, die mir gestern Kommentare geschrieben und meinen Beitrg gelesen haben. Das hat mich sehr gefreut.
Und für die Aktion von Ellepuls ein Blümchen für Elke.