Sonntag, 13. August 2017

12 von 12 im August


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Als ich vor etwas über einem Jahr mit dem Bloggen begann, war mir vieles nicht bewusst. Schon gar nicht, dass die Monate und Wochen bestimmte Tage und Daten haben, an die man immer denken sollte. Der 27. eines jeden Monats ist der Tag von 12 Colours of Handmade Fashion an dem in diesem Jahr ein selbstgenähtes Kleidungsstück in einer bestimmten Farbe veröffentlicht wird. Am 1. des Monats wird die nächste Farbe bekannt gegeben und entweder lehnt man sich entspannt zurück oder befindet sich in einer Krise (die natürlich nur relativ ist - keiner ist gezwungen mitzumachen). Die wöchentlichen Linkparties, wo man manchmal mit aller Kraft bis Mitternacht wach bleibt, um einen guten Platz zu ergattern, beschränken sich zur Zeit auf Dienstags und Donnerstags. Zwischendurch, recht neu bei mir: Fristen für Probenähen einhalten.
Und seit einiger Zeit ist da die magisch blinkende Zahl 12 auf dem Kalender. Ganz ehrlich: Ich mag sie mittlerweile. Einfach mal locker vor sich hin schreiben. Vielleicht auch mal kaum etwas schreiben, sondern einfach nur Bilder vom Tag zeigen.
Mein erstes 12von12 Bild mache ich kurz nach 00:00 Uhr.
Mein letztes Glas Wein, in dem sich meine Deckenlampe spiegelt.
Und wenig später:
Dieses Bild geht klar in die Rubrik "für mehr Realität im Internet".
Ca. 7 Stunden später wache ich das erste mal auf. Leider hat sich das bei mir eingeschlichen - Durchschlafen war einmal. Es ist Samstag und ich versuche nochmal einzuschlafen. Das klappt für eine Stunde, dann geht es nicht mehr.
Erstmal Kaffee!
Wieder im Bett mit dem guten Heissgetränk überlege ich, was ich heute machen will. Tatsächlich kommen mir spontan 3 Dinge in den Kopf, die ich angehen möchte.
1. an meinem angefangenen Bild weitermalen. Nach einer Malpause von gut 12 Jahren (außer kleineren Zeichnungen und Kritzelein) habe ich vorgestern in einem spontanem Anfall eine alte Leinwand hervorgeholt. Dafür musstenich erstmal auf dem Dachboden eine tote Maus beseitigen, was mich normalerweise abgeschreckt hätte, scheinbar war der Drang, etwas zu malen, größer als der Ekel vor der toten Maus.
Mein Vorgehen beim Malen hat sich interessanterweise auch nicht geändert. Ich beginne mit einer Idee. Dann lasse ich das Bild stehen und warte, bis es mich weiter inspiriert. Und das war heute morgen der Fall.
Unschwer zu erkennen, dass ich das erste mal mit Stoffresten gearbeitet habe.
Mein 2. Vorhaben: Ich will endlich an einer Auftragsarbeit nähen. Liegt schliesslich schon lange genug herum.
Und 3.: Ich beginne schon mal mit dem Blogpost für heute.
Bis dahin klappt alles ganz großartig. Ein 2. Kaffee, noch schnell Instagram checken und dann kann es losgehen...
... wäre da nicht die immer wieder auftauchende Bluse gewesen, die ich schon so lange machen möchte, für die ich sogar schon Material habe und ich gestern ein Schnittmuster ausgedruckt, zusammengeklebt und ausgeschnitten hatte.
Ich werfe kurzerhand Vorhaben 1, 2 und 3 vorübergehend (haha!) über Bord und widme mich der Bluse. Dürfte ja eigentlich nicht so lange dauern. Ich bügel den Stoff nochmal, breite ihn aus und kann eigentlich schon so erkennen, dass es mit dem Schnittmuster vorne und hinten nicht reicht.
Gut wäre jetzt gewesen, entweder mehr Stoff zu kaufen oder einen anderen Schnitt zu wählen. Ein anderer Schnitt kam jetzt aber nicht in Frage. Montag hätte ich locker mehr Stoff kaufen können, aber wie ein kleines, quengeliges Kind kreist in meinem Kopf nur der Gedanke "ich will die Bluse aber jetzt!" Wahrscheinlich hat sich dieses kleine Wesen in mir mit einem Anfall noch auf den Boden geschmissen und diese Worte laut brüllend weitergeschrien, aber das habe ich nicht mehr mitbekommen, weil ich bereits nach Lösungen suchte. Und die fand ich bald. Anstatt das wesentlich weitere Rückenteil zu nehmen, schnitt ich 2 mal das Vorderteil zu.
Für meine geplanten Ballonärmel war auch noch genug Stoff da. Den Beleg für den Halsausschnitt konnte ich noch 2 x im Stoffbruch machen, sodass mein Plan soweit aufging.


Ich kürze jetzt mal ab. Bei der ersten Anprobe offenbarte sich dann eine neue Hürde, denn ich wollte keine bauchfrei Bluse. Ganz so schlimm war es zwar nicht, aber die Länge war bereits ohne Saum mehr als knapp. Ich probierte verschiedene Lösungen durch und einigte mich dann mit mir und meinem Spiegelbild, dass wir blauen Chiffon unten drannähen. Ich wollte zwar für dieses Jahrhundert kein Chiffon mehr anrühren, aber es war eine Notsituation.
An dieser Stelle kam jetzt Schnittmuster Nr. 2 zum Einsatz. Das untere Teil von meinem Chai Shirt sollte es werden. Kurz nachgedacht, nachgemessen, gekürzt, zugeschnitten, zusammengenäht - passt!
Ihr seht, ich war viel zu beschäftigt, um überhaupt an Bilder zu denken. Einzig das obere Bild entstand, weil ich ganz stolz darauf war, endlich die Streifen besser aufeinander zu bekommen, als bei meinen Jerseykleidern.
Die letzte Hürde war der Ausschnitt, denn mit vorne 'V' und hinten 'V' rutschte mir die Bluse ständig von den Schultern. Idee 1 war, hinten einen breiteren Riegel einzunähen, den ich auch tatsächlich zuschnitt und einpasste. Dann irgendwann dachte ich, nee, lass ich - ich mach Bindebänder ganz oben. Und bei der Variante blieb es.
Mittlerweile war es weit nach 18:00. Das weiss ich deshalb, weil ich meinen Weltbesten anrief, um ihm mein neuestes Stück per Facetime zu präsentieren und er gerade los wollte, um sich mit einem Freund zu treffen.
Als nächstes machte ich voller Stolz schnell Fotos per Iphone von meiner Bluse, um sie sofort bei Instagram zu präsentieren.
Das Foto gefiel mir eigentlich recht gut, bis Mrs. Penibel sich in mir meldete, um anzumerken, dass die Shorts farblich nicht so gut zur Bluse passen. Ich verbrachte einen erheblichen Aufwand damit, eine passende Hose zu finden... und damit meine ich, 1. eine, die zur Bluse passte und dann, als ich es wusste, die entsprechende Hose zu finden.
Gleich danach warf ich mich regelrecht in meine Laufklamotten. Gestern wollte ich schon joggen gehe, aber der Regen hielt mich ab. Heute war es dann so weit.
Kurz vor 19:00 Uhr sah ich dann so aus:
40 Minuten später dann so:
Als ich nach Hause kam, fand ich dann im Briefkasten ein Päckchen aus der Schweiz. Ich hatte über Instagram das Angebot bekommen, mir 2 Armbänder für den Preis von einem auszusuchen und da sie mir gut gefielen und ein Armband erschwinglich war, bestellte ich.
Das gleiche Armband habe ich noch in Gold. Mir gefällt es so gut, weil es auf keine, Tisch klappert und trotzdem schön aussieht.
Und jetzt ist es 21:20 Uhr. Meine Bilanz des Tages: Vorhaben 1 und 2 sind etwas zu kurz gekommen, um es mal positiv auszudrücken. Mein inneres Quengelkind ist glücklich, die Große findet, es muss unbedingt eine weitere Bluse aus dem Material her, aber diesmal mit genug Stoff für das Schnittmuster.
Den Tag beende ich so, wie ich ihn heute Nacht begonnen habe:
Ich wünsche allen einen schönes restliches Wochenende, mache jetzt ein paar geschickte Klicks, um noch Draußen nur Kännchen zu bekommen und verbleibe
Eure
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Dienstag, 8. August 2017

Wenn man bei einer Hochzeit auf Regen hofft...

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Wenn man im Sommer eine Geschichte mit: "Letzten Freitag fuhren wir um 10:00 Uhr mit dem Auto über die Autobahn nach..." beginnt, wird mit Sicherheit irgendwann zwangsläufig das Wort "Stau" erwähnt.
Eine ehemalige Arbeitskollegin meines Partners hatte letztes Jahr ihren langjährigen Partner geheiratet und angekündigt, dass sie im August 2017 auf einem Acker mit einem großen Fest die Hochzeit feiern wollte. Wir hatten sofort zugesagt und das Angebot angenommen, auf einem in der Nähe liegenden Campingplatz in einem Mobile Home zu übernachten.
Und so fuhren wir letzten Freitag um 10:00 mit dem Auto über Frankfurt, um noch eine Freundin abzuholen, auf die Autobahn nach Horb am Neckar und standen natürlich immer mal wieder im Stau, aber dafür, dass es ein Freitag war, ging es. Man wird mit der Zeit was Autobahnen betrifft, anspruchloser.
Für mich als Nähjunkie, der diesen Sommer fast ausschliesslich selbstgenähte Kleidung trägt, war es Pflicht, mir das passende Kleid zu nähen.
Dafür hatte ich mir das Susie Slip Dress von Wardrobe by me auserkoren und mir den passenden Stoff, einen Kobisho, besorgt.
Slipdress und zwei glückliche Umstände führen zu einem schönen
Für mich stand fest, dass Kleid werde ich anziehen, obwohl ich wusste, dass die Feier in einem Festzelt stattfindet und die letzten Wochen gezeigt hatten, dass der Sommer dieses Jahr sehr unberechenbar ist.
Der 5. August nahte und ich schaute gespannt in die Wetter App, die Sonnenschein vorhersagte. Das war vorletzte Woche. Die Vorhersagen wechselten sich so munter ab, wie das Wetter. Entweder richtig heiss oder heftiger Platzregen.
Und als die Braut dann noch sagte, es wäre gut, man hätte das passende Schuhwerk für einen eventuell matschigen Acker, setzte ich mich letzten Sonntag an den Computer und durchstöberte alle gängigen Onlineläden nach Gummistiefeln, war aber nicht bereit 50 Euro und mehr dafür auszugeben. Die Bildersuche bei Google zeigte mir ein krass pinkes Paar Gummistiefeletten an, für 15€, in meiner Größe, ohne Versandkosten und sofort lieferbar.
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Am Dienstag waren sie da und ich fand sie so obergenial, dass ich jetzt tatsächlich etwas enttäuscht war, als die Wetterapp konstant jeden Tag anzeigte, es wäre sonnig und über 27 Grad. Für das Kleid war es gut, für Gummistiefel weniger.
Noch am Freitag Abend gesellten wir uns zu den vielen fleißigen Helfern, die alles für die Feier am nächsten Tag vorbereiteten und hatten großen Spaß. Wir stellten einander vor und erklärten zu wem vom Hochzeitspaar wir wie in Verbindung stehen und woher wir kamen. Ein Freund von uns war mit seiner Familie direkt aus dem Urlaub in Litauen gekommen, stammt aber aus Potsdam. Als er dann sagte, er käme eigentlich aus Potsdam, wäre aber über Litauen, die Ukraine, Slowakei und Wien angereist, meinte einer der Helfer so wunderbar trocken "So ein Scheiß-Navi hatte ich auch mal". Wir kriegten uns erstmal vor Lachen nicht ein. Und so lief es eigentlich das ganze Wochenende. Jeder hieß uns mit offenen Armen willkommen und wir waren sofort Teil der sehr dörflichen Gemeinschaft.
Am Abend machten wir uns zurück in unser Mobile Home, setzten uns auf die Terrasse und begannen unser Geschenk vorzubereiten. Die Eheleute wünschten sich Geld, aber so etwas überreicht man nicht einfach in einem Umschlag. Wir wussten seit wir die Beiden kennen, dass er sich einen Radlader wünscht und sie nicht mehr haben will, als einen Balkon. Sie wohnen in einem kleinen Ort in der Vor-Schwäbischen Alp, haben ein Haus, 2 Pferde und 13 Katzen. Mein Partner hatte noch aus den Zeiten seiner damals jüngeren Kinder einen Bausatz aus kleinen Ziegelsteinen. Und so machten wir uns daran, eine Garage zu mauern, obendrauf einen Balkon/Terrasse, hatten einen Spielzeugradlader, 2 Pferde (gut, eins war ein Zebra, aber wir nannten es einfach gestreiftes Pferd) und zählten aus einer Katjes-Tüte 13 Katzen ab.
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Für das Geld mauerten wir extra einen kleinen Verschlag und deckten ihn mit Ziegeln ab. Spätestens beim Einrollen der Scheine war ich das erstem Mal richtig froh, dass ich so ein nachlässiger Fadenabschneider bei meiner Kleidung bin. Wir hatten nämlich den Platz für das Geld sehr knapp bemessen und hatten nichts dabei, um die Scheine zu fixieren. Ein Gummiband wäre ideal gewesen, aber gab es nicht. Tesafilm auch nicht und die Klebeverschlüsse von Taschentüchern hielten nicht. Da machte ich mich an meine Reisetasche und durchwühlte alle selbstgenähten Teile, die ich dabei hatte und schnitt übrig gebliebene Fäden ab. Alle aneinandergeknotet und wir hatten etwas, womit wir die Geldscheine fixieren konnten.
Der nächste Tag begann mit heißen Temperaturen und es war nicht daran zu denken, Gummistiefel anzuziehen, ohne die restliche Gesellschaft mit Käsegestank zu vertreiben. So zog ich erstmal Sandalen an - ein wenig enttäuscht. Wir standen draußen zum Sektempfang, den Eheleuten wurde gratuliert und dann ging es los: Eine dunkle Wolke entlud ihren Regen direkt über den Festplatz. Alle flüchteten nach drinnen und ich schaute voller Wonne zu, wie der Boden immer matschiger wurde. Als der letzte Tropfen gefallen war, lief ich sofort zu unserem Haus und holte die Gummistiefeleltten hervor.
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Als ich zurückkam, standen am Eingang des Zeltes ca. 5 - 6 Männer und ob Ihr es glaubt oder nicht - sie stellten sofort ihre Unterhaltung ein, schauten auf meine Stiefel und ließen nur positive Kommentare zurück. Was fühlte ich mich gut. Und tatsächlich ging es den Rest des Abends so weiter. Ich wurde so oft auf meine Stiefel angesprochen, dass ich schon dachte, ich sollte dringend den günstigen Schuhladen mit "D" anschreiben, um sie wissen zu lassen, dass ich hier gerade einen Haufen potentieller Kunden auftreibe.
Nach dem Regen und insbesondere als die Sonne untergegangen war, wurde es zunehmend kühler und da ging mein Plan C auf. Neben dem Slip Dress hatte ich auch meinen Jumpsuit von Named Clothing eingepackt, den ich eigentlich als Alternativ-Outfit mitgenommen hatte. Da unsere Behausung aber nur einen Steinwurf vom Festzelt entfernt war, konnte ich mich umziehen. Ich hatte es vorher getestet, ob die Stiefel auch zum Jumpsuit passen und so konnte ich sie anlassen.
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Es war eine wunderschöne Feier. Alles stimmte. Die Menschen, die liebevolle Dekoration, die vorwiegend von der "Braut" selbst gemacht wurde, dass Ambiente, die Musik, die Stimmung, das Essen (vieles von Freunden mitgebracht) - eine perfekte Hochzeitsfeier. Die Stiefel bewährten sich sogar beim Tanzen und ich weiß schon jetzt, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich sie anhatte. Wenn ich wieder einmal nach Hamburg fahre, werde sie auch dort zum Einsatz kommen.

Der Jumpsuit

Mit dem Schnitt von Named Clothing hatte ich schon lange geliebäugelt. Und den Stoff dazu hatte ich seit letztem Jahr von Alles für Selbermacher. Es dauerte eine Weile, bis ich Beides kombinierte. Irgendwann war die Entscheidung gefallen und ich lud den Schnitt herunter und kramte den Stoff hervor. Soweit so gut. Doch da schlug mal wieder meine Ungeduld zu. Jetzt hatte ich so lange auf diesen Jumpsuit gewartet, dass ich definitv keine Muße mehr hatte, auch noch den Stoff zu bügeln, der ein Jahr lang in meinem Lager lag. Und das war ein fataler Fehler. Ich wusste es bereits schon beim Zuschnitt, aber ich ließ mich nicht davon abbringen. So kam es, dass insbesondere das Oberteil, das doppellagig ist, im Zuschnitt (wegen der ungebügelten Falten) nicht korrekt aufeinander lag. Folglich wurde alles ein wenig schief und krumm und spätestens beim Nähen bereute ich, den Stoff vorher nicht gebügelt zu haben. So dokterte ich so lange daran rum, bis es irgendwie passte. Komischerweise war das Unterteil relativ problemlos (wahrscheinlich weniger Falten). Dann Ober- und Unterteil zusammenzubringen war nochmals eine schwierigere Aktion. Aber am Ende klappte es und ich entschied mich, die etwas zu sehr aufspringenden Teile am oberen Vorderteil, da wo das Dreieck entsteht, mit ein paar Stichen zu fixieren. Soweit alles gut .... bis ich auf die Tanzfläche ging und mich wild bewegte. Da hielten meine paar Handstiche nicht mehr und ab dann musste ich streng darauf achten, dass das Vorderteil nicht zu sehr aufspringt.
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Übrigens hatte ich den Jumpsuit schon vor einigen Wochen auf einem 50. Geburtstag an. Mein Partner mag Jumpsuits überhaupt nicht, aber er akzeptiert es mühelos, wenn ich ihn tragen will. Und so zog ich ihn an. Und, oh Wunder, nicht alle Männer stehen einem Jumpsuit so ablehnend gegenüber, wie mein Partner. Allein das kleine Dreieck vorne war oft Anlaß für die Frage, ob man da mal kurz hinfassen könnte. Der tiefe Rückenausschnitt ließ auch manchen mit Herzklopfen zurück.
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Wer das alles nicht haben möchte oder keine Lust hat, sich diversen interessierten Blicken auszusetzen, sollte tunlichst die Finger von diesem Jumpsuit lassen, auch wenn er unglaublich bequem ist.
Unabhängig von der Männerwelt - der Schnitt ist einfach unglaublich raffiniert und etwas ganz besonderes. Auf der Hochzeitsfeier sah ich einen ähnlichen Jumpsuit mit noch mehr Rückenfrei, aber der war nicht selbstgemacht.
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Ich werde mir mit Sicherheit noch einen 2. Jumpsuit nähen - diesmal aus einem champagnerfarbenen Koshibo, dem Stoff, aus dem das Slip Dress ist und vor dem Zuschnitt sicher gehen, dass alle Falten raus sind.

Nachtrag

Auch wenn ich in erster Linie stolz auf meine selbstgenähten Festkleidung war, muss ich noch erwähnen, dass ich kurz davor stand, dass mir ein Mann für seine Frau/Freundin die Gummistiefel klauen wollte, weil sie so fantastsisch zu ihrem Nagellack passten. Irgendwann wendete ich mich an die Frau/Freundin und sagte ihr, wo sie die Stiefel bekommen kann. So konnte ich meine Stiefel retten.
Das kleine Blumensträußchen in meinen Stiefeln auf dem Beitragsfoto ist übrigens nicht der Brautstrauß. Die Geschichte wie ich dazu kam, ist folgende. Das "Brautpaar" hatte ja bereits schon letztes Jahr geheiratet, aber der "Bräutigam" wünschte sich, dass die "Braut" ihm zum Fest auf besondere Weise zur Seite gestellt wird, ähnlich dem "zum Altar führen". Nun gab es keine kirchliche Trauung, weil beide nicht mehr in der Kirche sind und es musste anders geschehen. So entschied sich die "Braut", ihrem Mann etwas Besonderes zu bieten. Sie bat einige Ihrer Freunde, sie regelrecht zu ihrem Mann zu tanzen. Mein Partner und ich waren ein Teil davon. Die Männer mussten Sonnenbrillen tragen und wir Frauen bekamen diese kleinen Sträußchen. Als alle Gäste im Zelt versammelt waren, erklang der Song von Barry White "You're the First, the Last, My Everything". Die ca. 6 Paare tanzten dazu durch das Zelt, bis zum Schluß die "Braut" kam. Es war ein superschöner Auftritt. Und ich blieb mit dem Strauß zurück, den ich zum Schluss in die Stiefel steckte. So entstand das Foto.
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Erstmal werde ich ledig bleiben

Der eigentliche Brautstrauß wurde später am Abend geworfen und als ledige, wenn auch in fester Beziehung lebende Frau, konnte ich mich zu den Anwärterinnen dazustellen. Ich glaube, mein Partner zitterte etwas. Wir sind uns beide nicht so ganz sicher, ob wir irgendwann mal heiraten wollen oder nicht. Hin und wieder erwischt es einen von uns mit dem Wunsch, "ja, dass machen wir!". Dann erinnern wir uns daran, dass wir beide schon einmal verheiratet waren und es eigentlich nicht mehr wollen. Aber egal. Ich stand nun zwischen den anderen ledigen Frauen und wartete auf den Brautstrauß... und er ging an eine andere. Irgendwie erleichternd. Aber einer der Männer, den wir aus dem dort kennen, ging sofort zu den Tischen, sammelte einige der Dekosträuße für mich zusammen und schenkte sie mir. Dieser Strauß steht jetzt auf meinem Tisch. Es ist ein gefakter Brautstrauß - was auch immer das bedeuten mag.
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Die Blumen haben während der Fahrt von Horb am Neckar bis nach Hessen ein wenig gelitten, aber sie sind noch sehr schön.
Ich hoffe, meine Erlebnisse vom Wochenende haben Euch gefallen und verbleibe erstmal Eure
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Quellen:
Schnitte:
Susie Slip Dress von Wardrobe by me
Ailakki Cross Front Jumpsuit von Named Clothing
Stoffe:
Pinkfarbener Koshibo von Der Stoffhandel
Gummistiefel: Deichmann (wird nicht verlinkt, da keine gesponserte Werbung)
Verlinkt bin ich diesmal bei:

Freitag, 28. Juli 2017

Alles Rot für 12 colours of handmade fashion

Ich bin mit meinem Blog umgezogen. Emailabonennten können sich unter http://derdiedaspunkt.wordpress.com neu eintragen.
Ja, was soll ich sagen - der eine oder andere erkennt das Kleid wieder und denkt sich, dass es das letzte mal aber blaugestreift war. Hier ist jetzt keiner Farbenblind, ich musste diesen Schnitt nur unbedingt nochmal machen und als Selmin aka Tweed and Greet für die 12 Colours of Handmade Fashion rot bekannt gab, war ich schnell entschieden, es nochmal mit roten Ringeln zu nähen. Darum kann ich hier wenig Neues erzählen und beschränke mich einfach auf die Farbe.
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Roter Teppich, Rotkäppchen und der Wolf, Rotkäppchen Sekt, rotes Tuch, Alarmstufe rot, rote Rosen, Rötung, Morgenrot, Abendrot, blutrot, rote Augen, Signalrot, rosarote Wolke, roten Kopf kriegen, es fehlt der rote Faden.
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Rostrot, Rot werden, die rote Lola, das Rote Meer, Rotkohl, Rothaut (politically totally incorrect!), Rotkehlchen, Rotwild, Rot am Mann (ach nee, dass war Not), Rot am See (ein Ort in Baden Würtemberg), Rothenburg, Rottweiler (keine Beschwerde bitte, da steckt das Wort rot sehr wohl drin. Den Rotstift braucht Ihr jetzt nicht ansetzen.
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Rotlicht, Rotlichtviertel, Rotschopf.

Artemis Shirt

Keine Sorge, ich komme jetzt nicht mehr mit Rot als Wort, denn mir fällt nichts mehr ein. Ich könnte jetzt noch Google oder andere Menschen bemühen, aber ich hatte mich gestern bewußt entschieden, nur die Wörter und Ausdrücke mit Rot zu nehmen, die mir einfallen.
Zu meinem nächsten roten Projekt, was eigentlich eher zufällig entstand.

Als ich meinen Rock Resa aus Scuba fotografieren wollte, hatte ich ein kleines Dilemma, weil ich nicht genau wußte, welche Farbe ich dazu kombinieren kann UND was zusätzlich noch selbstgemacht ist. Ich hatte zuerst mein korallenrotes Top an, dann noch eine weiße (Kauf-) Bluse und ein rotes (Kauf-) T-Shirt. Das gefiel mir am Ende am allerbesten und da ich noch roten Jersey hatte, war schnell entschieden, dass ich daraus ein T-Shirt mache. Ich durchforstete meine Schnittmuster und stieß auf Artemis von Lasari-Design. Komischerweise hatte ich immer im Kopf, dass es nur als Pullover geht.
Aber da lag ich mal wieder völlig daneben und ich nähte nähte mir das Shirt. Innerhalb von einem Tag war ich verliebt in den Schnitt ind war heute bereits im Stoffladen, um mich vorausschauend nach neuem unifarbenen Jersey umzusehen. Ab Herbst wird es dann wahrscheinlich eher Strickstoff werden, aber trotz des momentanen Wetters bin ich bester Dinge, dass das noch etwas dauern wird.
Wie Ihr sehen könnt habe ich das rote Shirt wild kombiniert und war selbst ganz erstaunt, zu wieviel Farben es passt. Aber vorsicht: Laut unbekannter Quelle ist die Farbe Rot für Männer sehr attraktiv, für andere Frauen hingegen eher nicht. Wer also auf Suche nach einem Partner ist, kann sich getrost in rote Klamotten schmeissen, sollte sich aber die Illusion abschminken, gleichzeitig neue Freundinnen zu schaffen. Der Schuss würde nach hinten losgehen. Aber auch das ist nur eine allgemeine Theorie.
Ich habe die Hoffnung, Euch mit meiner roten Kleidung nicht abgeschreckt zu haben. Ich habe meinen Partner und bin nicht auf Suche.
Am liebsten hätte ich Euch die Kombination mit einer Hose gezeigt, für die ich gerade probenähe. Da das Schnittmuster aber noch getestet wird, musste ich darauf verzichten. Wer mir aber auf Instagram folgt, wird die Kombination bald sehen können.
Jetzt wünsche ich Euch allen einen angenehmen Tag vor Freitag und werde mal ganz nebenbei bei Rums und den Kreativen Adern vorbeischauen. Selmin, wie schön, dass Du den Juli so perfekt auf den Donnerstag gelegt hast. Respekt!
Schnitte:
Kleid: Fashion Style 05/2017,
Artemis Shirt: Lasari Design
Lange Hose und Nagellackrock: eigenes Design
Shorts: Frida von Wardrobe by me
Scuba- und Denimrock; Rock Resa von Crearesa
Stoffe: Milliblus (Blumendenim, Nagellack), gekauft bei Das Königskind, Friedberg
Scuba und Ringeljersey: Das Königskind, Friedberg
Bunter Denim: Der Stoffhandel
Alle anderen Stoffe aus meinem Stofflager ohne Erinnerung, wo ich sie gekauft habe.
Eure
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