Donnerstag, 9. März 2017

Silberne Audrey

Gestern war Weltfrauentag und ich schrieb einen Teil meiner Gedanken zu diesem Thema in meinen hier im Blog. Dabei war ich gedanklich viel bei meinen Kindern und meiner Vergangenheit.
Gleichzeitig fand eine Idee, die ich schon lange mit mir herumtrage, endlich eine Form.

2 Kinder und ein Shirt

Ich beginne mal mit meinem jüngsten Sohn, der jetzt 27 Jahre alt ist. Als er kurz nach seinem Abitur aus der Wohnung hier auszog und seinen damaligen Wohnsitz in Darmstadt hatte, gab er mir 2 T-Shirts, die seine Großmutter ihm einmal zum Geburtstag geschenkt hatte. Es waren 2 stinknormale, weiße T-Shirts für Männer mit V-Ausschnitt und genau dieser Ausschnitt gefiel ihm nicht. Originalverpackt lag es einige Jahre hier rum, immer in meiner Absicht, irgendwann mal etwas daraus zu machen.

Mein ältester Sohn, 29, in meiner Nähe wohnend und schon seit längerer Zeit mitten im Beruf stehend, fragte mich, ob ich ihm für seine erste Wohnung ein Bild malen könnte, das er bei Ikea gesehen hatte. Es war ein wirklich schöner Druck auf Leinwand von Audrey Hepburn aus „Breakfast at Tiffanys“.
Mit seinem Bruder bei mir Zuhause wohnend, mitten im Abitur, kam ich damals nicht dazu, bis er sich das Bild nach seiner Ausbildung kaufen konnte.

Ich saß jetzt sehr lange auf diesen Shirts von dem einen Kind. Ungefähr letztes Wochenende dachte ich an das Bild von Audrey Hepburn vom anderen Sohn. Dazu kam noch meine relativ neue Vorliebe für alles was glitzert und plötzlich fügte sich in meinem Kopf alles zu einem.

Gestern, es regnete und war trübe – schrieb ich zuerst über alles, was mir in Bezug auf den Weltfrauentag durch den Kopf ging und als Ausgleich wollte ich nähen. Zuerst arbeitete ich an meinem Projekt für 12 colors of Handmade Fashion, aber das wurde mir zu anstrengend. Ich zog dann eines der weißen T-Shirts aus dem Karton und nähte es an den Seiten ab, schnitt den V-Auschnitt raus, und säumte ihn mit einer Zwillingsnadel. Danach suchte ich dann nach dem Bild aus der Wohnung meines Sohnes und fand es beim 2. Anlauf. Ich druckte es aus, setzte mich mit einem Skalpell daran und entfernte alle dunklen Stellen. Dann legte ich das Bild auf das T-Shirt, nahm mir silberene Textilfarbe, 2 Pinsel und malte alle ausgeschnittenen Stellen mit der Farbe aus. Das Ergebnis war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Aus meiner Instagramstory gestern

Das Shirt im ursprünglichen Zustand. Der V-Ausschnitt ist nicht wirklich zu erkennen, aber er ist wirklich da. Übrigens: Ganz wichtig für Vorher-Nachher-Fotos. Der ursprünglich Zustand sollte möglichst ungünstig wirken. Hier also das ungebügelte Shirt. Sieht doch wirklich furchtbar aus, oder? :-)



Allerdings hatte ich es mir nicht vorgestellt, dass es so schwierig ist, es zu fotografieren, zumal das Tageslicht heute nicht viel hergibt.













Da ich jetzt noch ein Shirt übrig habe, werde ich mir sehr wahrscheinlich noch eine goldene Audrey machen. Vielleicht als ein Tanktop. 

Und wenn auch heute noch immer keine Sonne da ist, dann wenigstens Rums
Meine Erkältung hat sich übrigens entschieden, noch ein wenig mein Ohr zu maltretieren. Darum freue ich mich ganz besonders über Kommentar von Euch, weil ich mir gerade so abgeschnitten von der Umwelt vorkomme. 

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