Freitag, 12. Mai 2017

12 mal 12 aus der Sicht eines Koffers

Der 12. Mai, es regnet, die Koffer sind gepackt und um 11:00 bringt der Sohn meines Partners uns zum Flughafen. Mein Sohn holt uns in 8 Tagen wieder ab. Was für ein Glück, wenn die Kinder schon erwachsen sind.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich heute durch den Tag begleitet. Es ist möglich, dass der Blogpost nicht ganz so aussieht wie sonst, was dann daran liegt, dass ich nicht mit meiner üblichen Ausrüstung arbeiten kann. 

Noch sitze ich hier, packe noch mal um und werde langsam immer nervöser. Ich neige nämlich zu Flugangst.
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Ich mache mal an dieser Stelle weiter. Mein Name ist Koffer. Meine Besitzerin ist zu nervös, um zu schreiben, also übernehme ich mal an dieser Stelle und möchte mich als erstes mal beschweren. Letzte Woche hat sie mich aus dem Keller geholt, sogar schon einige Teile eingepackt und ich dachte, es geht los. Aber nix da. Sie fuhr ohne mich los. Angeblich war sie in Hamburg und mit dem Schiff nach Norwegen unterwegs und das alles ohne mich. Ich lag allein im Zimmer und fror.


Das bin ich übrigens mit meiner Schutzhülle. Sie dient meiner Sicherheit und läßt meine Besitzerin auch schnell erkennen, wenn ich auf das Laufband trudel. Nervig ist nur, dass ich oft von anderen Leuten angegrabscht werde, weil sie glauben, die Holzhülle wäre soooo lustig. Puh...


Diese Sicht hatte ich übrigens nicht, denn ich war im dunklen Kofferraum.


Kaum konnte ich am Flughafen wieder Licht sehen, wurde ich auch schon abtransportiert. Zum Glück hatte ich das richtige Label dran. Das erging dem Koffer von Julias Sohn einmal anders. Der wurde nämlich von dem Bodenpersonal auf die Reise geschickt noch bevor ein Label dran war. Die Aufregung war damals groß. Erst durch diverse Anrufe am Flughafen, konnte man ihn finden und es war schon schräg, dass man die Verluststelle anrief und sagte, es wäre ein Koffer noch vor Reiseantritt verloren gegangen. Das endete meist in Unglauben, gefolgt von Gelächter... Aber der Koffer wurde wiedergefunden und dem Sohn nach Amerika nachgeschickt. 
Während ich also in den Gepäckraum des Flugzeuges verfrachtet wurde, war meine Besitzein mit ihrem Kerl am Flughafen unterwegs und ich hörte, dass sie alsbald eincheckten. Aber das kann Madame besser erzählen.

Danke, Koffer. Ja, wir steuerten zuerst einen Zeitschriftenladen an, wollten dann ein Restaurant aufsuchen, das wir aber nicht fanden und gingen zur Sicherheitskontrolle. Ganz ehrlich - da stehen seit mindestems einem Jahr diese gruseligen Bodyscanner, die sicherlich teuer in der Anschaffung waren und zusätzliche Sicherheit bieten sollen. Man stellt sich also rein, muss die Hände heben, als wäre man verhaftet worden, dann rauscht dieser Scanner an einem vorbei und man fragt sich, was da jetzt gerade mit einem passiert und das Ergebnis dieser teuren Investition ist genau das Gleiche, wie bei den alten Detektoren... man wird zur Seite gebeten, um abgetastet zu werden. Und ich wurde diesmal gründlich, wenn nicht sogar schon übergründlich abgetastet. Wenn ich eh schon Leggings anhabe, ist es dann notwendig, mich derart ausgiebig zwischen den Beinen abzutasten? 
Meine Laune war danach kurzerhand im Keller. Aber ein paar mal geflucht und den Bewertungsknopf am Ende des Sicherheitschecks mit dem bösen Gesicht gedrückt und es ging besser. 
Wir suchten unser Abfluggate A25 auf, fanden ein anderes Restaurant und ich betäubte meine Flugangst mit einem Glas Rotwein. Das hilft mir tatsächlich sehr. Ich neige sonst nicht dazu, mittags schon Wein zu trinken, aber wenn ich fliege, muss das Zeug runter. 


Interessant sieht der Flughafen durch den Wein hindurch fotografiert aus.


Kurz darauf erfolgte das Boarding. Wie immer stand unser Flieger auf Außenposition und wir wurden mit dem überfüllten Bus über das Flugfeld geschaukelt. 


Reihe 24 Platz A und B.
Die Besatzung der Lufthansamaschine bestand aus einer Pilotin und ansonsten nur Männern. Aber die waren sehr lustig und locker drauf.
Ich überstand den Start, wartete sehnsüchtig auf die Getränke, bekam meinen 2. Rotwein und bin dann ziemlich kurz darauf eingenickt. Genial!

 Das Foto von den Alpen war noch vor der Getränkeausgabe.


Als ich wieder aufwachte, waren wir schon über Malta.


Und schaut mal, wer da in Malta auf dem Gepäckband liegt. 


Koffer ist noch leicht durchgefroren und ershöpft von der Reise, zudem ein wenig beleidigt, weil er auch im Taxi wieder im dunklen Kofferraum war.
Übrigens sind wir jetzt zum 5. Mal in Malta und es gibt gewissen Traditionen, die nicht gebrochen werden dürfen. Jedes mal, wenn wir aus dem Flughafen kommen und uns in ein Taxi setzen, beschwert sich mein Parter darüber, dass sie alle falschrum fahren. Malta hat als ehemalige britische Kolonie eben noch immer Linksverkehr. Das ganze wird immer etwas aufregend, wenn wir in einen Kreisel fahren, aber wir fahren ja nur mit.





In unserem Hotel, beziehen wir das 3. Jahr in folge genau das selbe Zimmer. Und ich, die ich so gern Abwechslung mag, freue mich riesig. Das ich als Erwachsene 5 mal an den gleichen Urlaubsort fahre, hätte ich nie gedacht. Und schon jetzt hätte ich Lust auf ein 6. Mal. Aber erstmal liegen 8 tolle Tage vor uns. Es gibt noch immer viel hier zu entdecken. U.a. steht noch ein Ausflug nach Gozo aus. Das wollten wir schon letztes Mal machen, entschieden uns aber dagegen, weil wir extrem schlaff waren. Einzig war ich letztes Jahr tauchen, was ich dieses Jahr wahrscheinlich auslassen werde.




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12 von 12 - Draußen nur Kännchen





















































































































































































































































































































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